96 Abiturienten verabschiedeten sich am Freitagnachmittag von ihrer "Willi-Penne"

 

"Sie haben nun eine solide Grundlage von Wissen, die ein tragfähiges, stabiles Fundament ist, auf dem Sie den weiteten Weg und die kommenden Herausforderungen anpacken können. Eines aber ist wichtig: Sie haben in ihrer Schulzeit gelernt, zu lernen. Dieses "Wie" des Lernens sollten sie nie vergessen". Die Worte von Reinhard Fuhrmann, dem Vertreter der Eltern, regten die 96 Abiturienten zum Nachdenken an, ermahnten, aber ermutigten die jungen Leute auch, ihren beruflichen Zukunftsweg zu beschreiten. Nach den bestandenen Prüfungen war der Stress schon wieder Vergangenheit. "Das wars", kommentierte der amtierende Schulleiter Manfred Dietermann das erfolgreiche Ende der schulischen Laufbahn bei der Verabschiedung der Absolventen, und er bezog sich damit gleichzeitig auf das Motto des Abiturjahrgangs 2003.

Die musikalische Gestaltung der Feier hatten die Abgänger selbst übernommen. Der Leistungskurs Musik unter Leitung von Martin Giebeler beeindruckte mit dem besinnlichen "Nun danket alle Gott" und "All things bright and beautiful".

1994 hatten 135 Schüler ihre Laufbahn an der weiterführenden Schule angetreten. Auf dem Weg zur Oberstufe gab es einige Ausfälle und einen Zuwachs von 34 Schülern ab der Jahrgangsstufe elf. 96 vor Freude strahlende junge Menschen haben mit der Überreichung der Dokumente am Freitagnachmittag im Forum des Wilhelm-von-Oranien-Gymnasiums ihr Ziel erreicht. Dazu gratulierten ihnen neben Manfred Dietermann auch der ehemalige Schulleiter und Vorsitzende des Vereins der Ehemaligen und Freunde der Schule, Dieter Scholz, sowie sein Nachfolger im Amt, Studiendirektor Martin Henrich. Auf Wunsch der Abiturienten nahmen an diesem besonderen Tag auch die einstigen Grundschullehrer der Absolventen an der Feierstunde teil.

"Ihre Prüfer haben sie mit viel Verständnis und Wohlwollen über die 20minütige Runde gebracht", kommentierte Manfred Dietermann den Verlauf der mündlichen Prüfungen. Für den diszipliniert verlaufenen Abi-Gag lobte Dietermann die ehemaligen Schüler.

Zu den erreichten Leistungen, der Beharrlichkeit und dem Durchsetzungsvermögen gratulierte Fuhrmann im Namen aller Eltern den Abiturienten sehr herzlich. Für die Eltern habe mit dem Beginn in der Jahrgangsstufe 5 auch ein Prozess des Loslassens begonnen. "Wir Eltern mussten lernen, dass wir nicht immer Recht haben", beschrieb Fuhrmann. Er lobte die Lehranstalt, weil dort die Fortbildung der Pädagogen zur Selbstverständlichkeit gehöre. "Die Unterrichtsmethoden entsprechen stets dem aktuellen Standard", bestätigte Fuhrmann. Auch sei es der Schule gelungen, für die Schüler angenehme Rahmenbedingungen mit der technischen Ausstattung und der Neugestaltung der Räume wie Forum und Cafeteria zu schaffen.

Nachdenkliche Töne schlug Tutorin Kristine Tromsdorf an, die den Abgängern alles Gute für die Zukunft wünschte. Sie nahm Bezug auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die hohe Arbeitslosenquote, die Politikverdrossenheit junger Leute und die große Bedeutung der beruflichen Qualifikation. "Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten für Sie", ermutigte sie die Absolventen, sich auf eigene Beine zu stellen, und wenn möglich die Chance zu nutzen, Im Ausland im Studium oder beruflicher; Ausbildung nützliche Erfahrungen zu sammeln. Neben der beruflichen Qualifikation riet sie den Schülern auch, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. "Sie sind gefordert, Ihr Engagement ist gefragt. Die Wirtschaft fordere soziale, fachliche und persönliche Kompetenzen, woraus die Politik- und Wirtschafts-Lehrerin einen Schluss zog: "Das Lernen geht weiter - ein Leben lang".

In Form einer Schülerzeitung mit Rubriken wie Lokales, Aus aller Welt, Sport bis hin zu den Todesanzeigen ("Wir trauern um unser Bildungssystem") hielten Christin Dederich und Erik Fuhrmann einen Rückblick auf ihre Pennälerzeit. Sie plauderten aus dem schulischen Nähkästchen, berichteten von Kursfahrten und baulichen Veränderungen an der Lehranstalt, die zum großen Teil ihren positiven Zuspruch fanden, und nur zu einem sehr geringen Teil Anlass zu Verbesserungsvorschlägen gaben. Zu einem Thema allerdings nahmen die Abiturienten sehr deutlich Stellung: Dass man Konflikte in jüngster Zeit nur mit Gewalt löse, könne nicht der Weisheit letzter Schluss sein, kritisierten sie offen sowohl den internationalen Terrorismus wie die Kriegsführung der USA gegen den Irak.

Einige Absolventen freuten sich über ein besonderes Lob: Für das beste Abitur des Jahrgangs mit der Traumnote 1,0 erhielten Sven Moos und Johannes Schnurr Auszeichnungen. Ein Buchgeschenk erhielt Konrad Schönleber für das beste Physik-Abitur; im Französisch-Leistungskurs hatte Daniel Hoffmann die beste Note geschafft, und erhielt dafür den Appolinaire-Preis. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Erik Fuhrmann für lange SV- und Schulsprecher-Tätigkeit, Christian Schmidt, der bei der 1. Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik den zweiten Platz belegte, sowie Lisa Marie Becker und Sebastian Rein, die sich in der Theater-AG besonders engagiert hatten.

 

Sven Moos (l.) und Johannes Schnurr legten ihr Abitur mit der Traumnote 1,0 ab.

DILLENBURG (nic) - Das gab es schon lange nicht mehr: Gleich zwei Schüler des Wilhelm-von-Oranien Gymnasiums - Sven Moos und Johannes Schnurr - bauten ihr Abitur mit der Traumnote 1,0. "Eigentlich ist es gar nicht so besonders schwer gewesen, man muss was dafür tun", beschreibt Johannes Schnurr seinen Weg zum Einser-Abi. Die Leistungskurse des Flammersbachers waren Latein und Geschichte, seine schlechteste Note im Abi-Zeugnis sind acht Punkte- "Die hab ich in Mathe", gibt er zu. Sven Moos freut sich wie sein Kollege über das sehr gute Ergebnis des Hochschulreifezeugnisses. "Es ist schon wahr, ohne Einsatz ist ein solches Ergebnis nicht möglich. Aber mit ein bisschen Engagement ist es realisierbar", sagt der Haigerseelbacher überzeugt. Die Naturwissenschaften sind sein Steckenpferd mit den Leistungskursen Mathe und Chemie. Die schlechteste Note im Abi-Zeugnis sind 11 Punkte - in Religion. Für ihre Hobbys haben die beiden Abiturienten nun mehr Zeit: Johannes Schnurr liest gerne, trifft sich mit Freunden und nutzt fast jede Gelegenheit, um sportlich aktiv zu sein. Sven Moos fotografiert gerne und schwingt sich in seiner Freizeit auch öfter auf sein Fahrrad. Pläne für die Zukunft haben beide schon geschmiedet: Johannes Schnurr möchte gerne Jura an seiner Wunsch-Uni in Heidelberg studieren; Sven Moos möchte sich in Marburg für den Chemie-Diplomstudiengang einschreiben. Mit dem bestandenen Abitur und der Traumnote 1,0 sind sie ihren Zielen bereits große Schritte näher gekommen.

 

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