Schüleraustausch mit Abilene ein voller Erfolg

 

Zurück von großer Fahrt sind 20 Elftklässler der Wilhelm-von-Oranien-Schule und ihre Lehrer Rainer Binde und Kerstin Renkhoff. Drei Wochen lang genossen die Dillenburger Pennäler im Rahmen des Schüleraustausches mit der Cooper High School in Abilene die Gastfreundschaft der Texaner und erlebten die Weite des zweitgrößten Staates der USA.

Nach 14-stündigem Flug mit einer Zwischenlandung in Charlotte, North Carolina, wo das Abgeben zweier Fingerabdrücke zu den Einreiseformalitäten gehörte, und einer dreistündigen Autofahrt von Dallas kam man erst weit nach Mitternacht in Abilene an. Dennoch begann gleich am nächsten Morgen um fünf vor acht der Alltag an der Partnerschule. Wie an weiteren neun Tagen begleiteten die deutschen Schüler und Schülerinnen ihre amerikanischen Partner und erfuhren, wie sehr sich der Unterricht an einer High School von dem der eigenen Schule unterscheidet. Als erstes erhielten die deutschen Gäste, wie alle einheimischen Lehrer und Schüler, eine Ausweiskarte mit Bild, die auf dem Schulgelände stets gut sichtbar getragen werden musste. Erst dann durften sie die Unterrichtsstunden, die um 15 Uhr endeten, besuchen. Erfreulicherweise unterschied sich die Kleiderordnung nur wenig von der zu Hause, so dass die deutschen Schüler sich optisch problemlos einfügten. Weniger gefielen ihnen aber die strengen Strafmaßnahmen, die vom Nachsitzen bis zur Führerscheinsperre für "Serientäter" reichten.

In den Familien erlebten die deutschen Gäste die für den amerikanischen Süden typische, überwältigende Herzlichkeit. Dazu gehörte auch, dass man an einem Wochenende mal eben zu einem Basketballspiel ins 300 Kilometer entfernte Dallas gefahren wurde oder man den Gast aus Europa im ebenso weit entfernten San Antonio mit der amerikanischen Geschichte vertraut machte.

Um allen Schülern die texanische Historie und Natur näher zu bringen, standen verschiedene Ausflüge auf dem Programm. Ganz in der Nähe von Abilene liegt das Dorf Buffalo Gap, das, ähnlich dem Hessenpark, als Open-Air-Museum die Geschichte des Lebens an der Grenze zum Indianergebiet vorstellt. Im Norden der 100.000-Einwohner-Stadt liegt die weite Prärie, in der eine Reihe ehemaliger Forts, von denen überwiegend nur die steinernen Kamine übrig geblieben sind, Zeugnis davon ablegten, wie gefährlich das Leben für die Siedler vor knapp 150 Jahren noch war.

Der Höhepunkt der Exkursionen war eine viertägige Fahrt zum mehr als 700 Kilometer entfernten Big Bend Nationalpark, einer Mischung aus Steinwüste und Gebirgszügen, den im Süden der Rio Grande vom mexikanischen Grenzland trennt. Schon die Unterkunft auf der Heath Canyon Ranch direkt am Grenzfluss war ein Abenteuer für sich. Umgeben von Klapperschlangen, Taranteln und riesigen Flusskäfern mussten die Gäste aus der mittelhessischen Zivilisation zunächst einmal die nötige Gelassenheit erwerben, um am nächsten Morgen die beeindruckende Landschaft genießen zu können. Zwei Tage lang durchfuhren und durchwanderten sie dann die Wüste, das Gebirge und die grandiosen Canyons, in denen auf beiden Seiten bis zu 400 Meter hohe Felswände den Rio Grande einrahmen. Die einzigen Lebenszeichen waren blühende Kakteen und Yukkapalmen sowie die Roadrunner, die unermüdlich mit den Minivans um die Wette liefen.

Noch stärker als diese Landschaft wird den Dillenburger Schülern aber die Gastfreundschaft der Menschen im "Lone Star State" in Erinnerung bleiben. So war es kein Wunder, dass kaum einer nach drei Wochen gern den Rückflug antrat. Ein kleiner Trost blieb aber:

Vom 22. Juni bis zum 13. Juli werden die Texaner nach Dillenburg kommen.

 

 

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