"Die vierte Dimension" - Professor Mosel an der WvO

 

Die spezielle Relativitästheorie gehört nicht gerade zu den Themen, die für gewöhnliche Oberstufenschüler leicht verständlich sind. Doch um genau dieses spannende Feld ging es beim Eröffnungsvortrag der Einsteinwoche an der Wilhelm-von-Oranien Schule: Professor Dr. Ulrich Mosel von der Universität Gießen sprach vor versammeltem Schülerpublikum über "Die vierte Dimension".

Zunächst also ging es um den wissenschaftlichen Stand der Dinge bevor Einstein kam. Man nahm damals beispielsweise noch an, dass Zeit eine absolute Einheit war und deshalb Uhren immer gleich laufen würden, egal in welchem Zustand. Einstein konnte im frühen 20. Jahrhundert dieses Weltbild revolutionieren - mit weit reichenden Folgen: Wer würde es für möglich halten, dass in einem extrem schnellen Raumschiff die Zeit 5x langsamer voranschreitet als auf der Erde, und das bei gleicher Wahrnehmung und Auswirkungen auf den Menschen. Der von Einstein beschriebene "Uhrenfaktor Gamma" ermöglicht eine Form des Zeitreisens in die Zukunft, wenn man so will. Auch die Lichtgeschwindigkeit als absoulute, nach Einstein unüberwindbare Barriere, sowie die Zeit als vierte Dimension konnten begreifbar gemacht werden.

Wer also hier mit einem ausschweifenden, wissenschaftlichen Exkurs rechnete, lag falsch. Professor Mosel schaffte es, anhand von klaren Worten und nachvollziehbaren Gedankenexperimenten die Relativitätstheorie mit ihren zentralen Formeln zu entwickeln. Auch die Physik-Skeptiker unter den Schülern konnten erkennen, dass es weniger auf mathematische Fähigkeiten als auf Vorstellungsvermögen und innovative Gedankengänge ankommt, was Mosel selbst auch betonte.

Ein weiterer Aspekt des Vortrags war Einsteins Leben. In seiner Jugend vom Überflieger in der Schule zum unterschätzten Beamten an der schweizerischen Patentbehörde, dann in seinem späteren Leben vom leicht chaotischen Genie zum überzeugten Pazifisten - die Zuhörer erfuhren viele unterhaltsame und faszinierende Details aus seiner Biografie.

Zum Abschluss warb Professor Mosel für das Physikstudium als Karrierechance (er selbst war seinerzeit der jüngste Professor an der Uni Gießen) und lud interessierte Schüler zu einer etwas persönlicheren Fragerunde in die Bibliothek ein - was auch gerne wahrgenommen wurde.

 

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