Meine Teilnahme an einer Schülerakademie vom 22.-31.07.2005

Am 22. Juli 2005 war es endlich soweit. Die Deutsche Schülerakademie hatte mich für den Kurs Netzwerke in Natur, Technik und Gesellschaft akzeptiert.

Nachdem ich zahlreiche E-Mails im Voraus von anderen Schülerakademieteilnehmern erhalten hatte, war die Spannung, aber auch ein klein wenig flaues Magengefühl, nicht mehr zu verbergen.

Meine beiden Kursleiter Mirco Schäfer und Wolfram Krause verteilten eine Woche vor Akademiebeginn Referatsthemen an die Kursteilnehmer. Mein Referatsthema lautete Netzwerke von Schauspielern und Superhelden.

Dabei ist besonders die Kevin-Bacon-Zahl zu nennen. Der Schauspieler Kevin Bacon, der jedem Normalbürger geläufig sein dürfte, erhält in diesem Fall die Kevin-Bacon-Zahl 0.

Ein Schauspieler A, der bereits mit Kevin Bacon zusammengearbeitet hat, erhält die Kevin-Bacon-Zahl1. Ein weiterer Schauspieler B, der mit Schauspieler A schon einmal zusammen am Set war, jedoch noch nicht mit Kevin Bacon zusammengearbeitet hat, erhält die Kevin-Bacon-Zahl 2. So entsteht ein Netzwerk unter allen Schauspielern, das Verbindungen und Parallelen vom einem zum anderen Schauspieler erkennen lässt.

Auch unter Superhelden gibt es ein gesellschaftliches Netzwerk.

Marvelenterprises, einst der größte Comicverlag weltweit, entschied sich dazu, Superhelden in den Handlungen von anderen Superhelden auftreten zu lassen.

So leben beispielsweise Spiderman und Daredevil in der gleichen Stadt. Die Verbindungen waren meist Heirat, Freundschaft, gemeinsame Feinde und Verwandtschaftsbeziehungen.

Hinter diesem Netzwerk vermutet man eine ausgeklügelte Verkaufsstrategie.

Favorisiert ein Leser beispielsweise Spiderman und dieser tritt plötzlich in Daredevilcomics auf, wird der Leser bald auch diese Comics kaufen. Dieses Netzwerk nennt man Marveluniverse.

Diese künstlichen Netzwerke entstehen ohne äußere Einflüsse, können jedoch alltägliche Netzwerke nachvollziehbarer darstellen.

Dieses Thema stellte ich anhand einer Powerpointpräsentation dar.

Im Laufe der Woche beschäftigten wir uns anhand von Referaten und Arbeitsgruppen mit weiteren Netzwerken, wie beispielsweise dem Hamburger U-Bahnnetz im Vergleich zum London Underground nah den Anschlägen.

Außerhalb der Kurse traf man sich nachmittags zum gemeinsamen dokumentieren der Ergebnisse, die im Akademiebuch festgehalten werden. Außerdem bereiteten wir in Gruppen eine kleine Vorstellung unseres Kurses für die übrigen Kurse der Akademie vor. An einem Rotationstag besuchten Teilnehmer aus einem der anderen sechs Kurse drei unbekannte Kurse nach Wahl und konnten so einen Einblick in die Arbeit anderer Akademieteilnehmer bekommen.

An einem Ausflugstag konnten die Akademieteilnehmer zwischen fünf Ausflugszielen wählen.

Ich entschied mich für einen Besuch in der Justizvollzugsanstalt Bamberg. Hier erhielten wir einen Einblick in das Leben hinter Gittern und die Arbeit eines Strafvollziehers.

Außerdem standen zahlreiche kursübergreifende Arbeiten wie englisches Debattieren, Sport und gemeinsame Abende auf dem Programm.

Mein Tag begann während der Akademie mit dem Frühstück um halb acht, danach versammelten sich alle Teilnehmer im Plenum bis ca. neun Uhr und gingen dann zur Arbeit in den Kursen bis ca. zwölf Uhr über. Von sechzehn bis achtzehn Uhr erfolgte dann die nachmittägliche Kursarbeit.

Trotzdem war der Terminplan übervoll, da zahlreiche Vorbereitungen für die Rotation, Dokumentation und Kursarbeit getroffen werden mussten.

Die Kursleiter informierten die Teilnehmer nicht nur über Sachthemen, sondern auch über ein Studium generell und die Aussichten auf ein Stipendium.

Den Kursleitern lag es sehr am herzen eine persönliche Basis zu den Teilnehmern aufzubauen und sie wirklich ein kleines Stück bei der Ideenentwicklung zu begleiten.

Für mich war es eine aufregende und interessante Zeit, während der ich mit wirklich ambitionierten und klugen Menschen zusammenarbeiten durfte.

Während der kursübergreifenden Arbeiten, die hauptsächlich aus Freizeitaktivitäten der einzelnen Teilnehmer bestanden und die oft bis tief in die Nacht andauerten, bildeten sich zahlreiche Freundschaften, die auch über die Schülerakademie hinausgedauert haben.

Letztlich lässt sich nämlich sagen, dass der soziale Faktor der Teilnehmer untereinander eine größere Rolle als die Kursarbeiten gespielt hat.

Zahlreiche Debatten, Musikstücke, Spiele und Sketche waren Ergebnis von kreativen Abenden in kleineren Gruppen.

Nach der Schülerakademie erhielt jeder Teilnehmer die Gelegenheit in den Club der Ehemaligen einzutreten und damit an Treffen und Freizeiten teilzunehmen.

Für mich war es eine aufregende und interessante Zeit, während der ich mit wirklich ambitionierten und klugen Menschen zusammenarbeiten durfte.

Ich bedanke mich besonders beim Verein der Ehemaligen und Freunde der Wilhelm-von-Oranien-Schule, der es mir ermöglicht hat, an einer Akademie teilzunehmen.

Eine Schülerakademie ist eine wirklich gute Erfahrung und sollte weiterhin von unserer Schule ermöglicht werden