Kultur statt Kohle – Schüler der WvO erkunden die Zeche Zollverein

Im Rahmen des Erdkundeunterrichts der Jahrgangsstufe 12 erkundeten wir unter der Leitung von Herr Nickel vor dem Startschuss der Feierlichkeiten der neuen Kulturhauptstadt Europas die in Essen gelegene Zeche Zollverein, das Wahrzeichen des Projekts „Ruhr 2010“.

Unter dem Titel „Glück Auf 2010“ wurde am 09.01.2010 mit einer großen Feier und vielen Gästen, unter anderem mit Bundespräsident Horst Köhler als Eröffnungsredner, der Startschuss für die Kulturhauptstadt Essen und die Region „Ruhr 2010“ gegeben. Dieses Projekt soll mit besonderen Aktivitäten den Reichtum und die Vielfalt des kulturellen Erbes der Region aufzeigen. Damit geht das Ruhrgebiet in eine neue Epoche, denn zum ersten Mal wird nicht nur eine einzelne Stadt, sondern eine ganze Region Kulturhauptstadt Europas. Diese Premiere wird mit vielen interessanten Aktionen, wie Konzerten, Lichtinstallationen, Theateraufführungen oder Kunstausstellungen gefeiert, womit das Ruhrgebiet demonstriert, dass es mehr zu bieten hat als Kohle und Stahl.

Das Ziel unserer Exkursion war die Zeche Zollverein, die größte Zeche des Ruhrgebiets. 1847 von Franz Haniel gegründet, galt sie exemplarisch als Vorbild für die weitere Kohleförderung in der Region. Die 1961 eröffnete Kokerei war der Höhepunkt der industriellen Entwicklung auf dem Gelände. Beeinflusst durch die Stahl- und Kohlekrise und dem damit verbundenen Strukturwandel des Ruhrgebiets kam es 1986 zur Schließung der Zeche. Sieben Jahre später schloss auch die dazugehörige Kokerei. Das Land NRW rettete das Gelände vor dem Verfall. Es wurde zum Kulturdenkmal ernannt und 2001 sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Das Gelände ist heute ein Kultur- und Kunstmuseum und wird als Eventlocation für Feiern, Ausstellungen sowie Firmentagungen verwendet.

Heute steht der Kern der Anlage Besuchern für Führungen offen; Führungen, an denen auch wir teilnahmen. Vor der Ankunft auf dem Gelände beeindruckte uns bereits von Weitem der riesige Förderturm der Zeche Zollverein. Auffallend war auch die größte frei stehende Rolltreppe Europas im glühenden Orange, über die wir in den Empfangsraum gelangten. Die engagierte Mitarbeiterin gestaltete die Führung interessant und altersgemäß. Sie verschaffte uns zu Beginn anhand eines anschaulichen Modells einen Überblick über das gesamte Zechengelände. Ebenfalls hat uns sehr gut gefallen, dass wir alles, z.B. alte Werkzeuge, wie einen Schlagbohrer oder Kohle, in den Händen halten konnten. Des Weiteren waren die Restaurierungen und visuelle Veranschaulichungen, wie Zeitzeugenberichte, und die real dargestellte Geräuschkulisse, sehr aufschlussreich. Demgegenüber konnten wir allerdings nur wenige Räume der riesigen Anlage besichtigen, die modern umgestalteten Räumlichkeiten blieben uns verschlossen. Außerdem hatten wir uns erhofft, in die Schächte zu fahren, was heutzutage aber leider nicht mehr möglich ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Exkursion imposante Einblicke in die Geschichte des Ruhrgebiets gewährt hat, insbesondere zum Kohleabbau. Die Führung durch die Anlage sei „auf kultureller Basis sehr gut gestaltet“, so Bernhard C. und Jennifer H. fügte hinzu, dass „ein vergleichbares Angebot bei uns nicht zu finden ist“. Als Vertiefung und praktischer Teil der theoretischen Lehrinhalte eignete sich die Exkursion zur Zeche Zollverein hervorragend. Von uns, den Schülerinnen und Schülern ist ein Besuch der Anlage demnach sehr zu empfehlen.

Gez.: Schülerinnen und Schüler der Grundkurse Erdkunde Jhrgst. 12

Bildergalerie

(zum Vergrößern bitte auf Bild klicken)