Reflexion von Denise Hast zur Gedenkstätte Bernauer Straße

Am Mittwoch dem 10.07.03 besuchten wir die Gedenkstätte an der Bernauer Straße.
Hier einige Informationen über die Berliner Mauer und diese Gedenkstätte:

Am 13. August 1961 wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion West-Berlin hermetisch abgeriegelt. Der nicht abreißende Flüchtlingsstrom aus der DDR, welcher den sozialistischen Staat schwächte, sollte so beendet werden.

Es wurden Barrikaden, Stacheldrahtzäune und Panzersperren errichtet. In den nächsten Tagen begannen Bauarbeiter, eine Betonmauer zu errichten und die Abriegelung weiter zu verstärken. Das in der Propaganda als "antifaschistischer Schutzwall" dargestellte Bollwerk wurde zu einem unüberwindbareren Hindernis.

Zunächst war die Mauer aus 12 km Betonplatten und 137 km Stacheldraht mit 116 Beobachtungstürmen gebaut. Die Anlage wurde im Laufe der Zeit viermal verändert und perfektioniert. Insgesamt trennte die Mauer 192 Straßen (97 in Berlin und 95 zwischen der DDR und West-Berlin), 32 Eisenbahnlinien, 8 S- und 4 U-Bahnlinien sowie drei Autobahnen. Auch Seen und Flüsse wurden abgesperrt und kontrolliert.
West-Berlin war eine Enklave; wer auf dem Landweg zwischen der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin reiste, musste die Grenze passieren und sich genauen Kontrollen unterziehen. Immer wieder versuchten Einzelne, die unmenschliche Anlage zu überwinden, um in die Freiheit zu gelangen.
Die Mauer forderte mindestens 239 Todesopfer, die bei Fluchtversuchen von Grenzposten erschossen wurden, in der Spree oder in Seen ertranken oder auf andere Weise ihr Leben ließen. Das erste Opfer, Rudolf Urban, kam am 19. August 1961 bei einem Sprung aus einem Fenster in der Bernauer Straße ums Leben. Der letzte Flüchtling, der an der Mauer starb, war Chris Gueffroy, der am 6.2.1989 erschossen wurde. Großes Entsetzen erregte der Tod von Peter Fechter, der eine Stunde verblutend an der Mauer lag, ohne dass man ihm zur Hilfe kam.

Ende der Neunziger Jahre veränderte sich unter Michael Gorbatschow die Politik der Sowjetunion und somit auch die Situation der DDR, welche in immer größere innenpolitische und ökonomische Schwierigkeiten geriet. 1989 flohen zahllose DDR-Bürger über die nun geöffnete Grenze zwischen Ungarn und Österreich, andere suchten in Botschaften Zuflucht. Mehr als 220.000 Ostdeutsche verließen in dieser Zeit die DDR. Zugleich versammelten sich immer mehr Menschen zu Demonstrationen und forderten politische Veränderungen. Der Staatsakt zum 40-jährigen Bestehen der DDR entwickelte sich zu einer Protestaktion gegen das Regime.
Am Abend des 9. November 1989 wurde die lang ersehnte Reisefreiheit bekannt gegeben. Tausende strömten an die Grenzübergänge, die im Laufe der Nacht geöffnet wurden. Ost- und Westberliner lagen sich überglücklich in den Armen. Dies war einer der schönsten Tage der Berliner Geschichte.

Spuren der Berliner Mauer im heutigen Stadtbild

Bernauer Straße
Seit 1998 befindet sich an der Bernauer Straße eine den Opfern des Mauerbaus und der deutschen Teilung gewidmete Gedenkstätte, die aus einem Ensemble aus der Gedenkstätte Berliner Mauer, der Kapelle der Versöhnung und dem Dokumentationszentrum besteht. Die Brache des ehemaligen Todesstreifens ist heute noch zwischen den Wohnhäusern erkennbar. Hier ist der einzige Ort Berlins, an dem man eine vollständige Grenzanlage mit Vorderlandmauer, Kiesstreifen, Kolonnenweg, Lichttrasse und Hinterlandmauer besichtigen kann. Eine Gedenktafel erinnert an "Erinnerung an die Teilung der Stadt vom 13. August 1961 bis 9. November 1989" und "dem Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft". Im Dokumentationszentrum kann der Besucher sich mit Fotografien, Filmen, Archivmaterial und Tondokumenten über den Mauerbau informieren. Am 9. November 2000 wurde die Kapelle der Versöhnung an Stelle der 1985 abgerissenen Versöhnungskirche eingeweiht.

Meine Eindrücke zu diesem Thema:

Ich fand es sehr beeindruckend, mir die Überreste der Berliner Mauer anzusehen. Es ist schwer vorzustellbar, dass ein solches 'Bauwerk' von Menschen errichtet wurde, nur um den Flüchtlingsstrom aus der DDR nach West-Berlin zu stoppen.
Wenn man sich diese Reste jedoch einmal angesehen hat, kann man sich gut vorstellen, wie sich die Menschen jenseits der Mauer gefühlt haben müssen. Würde ich mir heute vorstellen, dass Deutschland in zwei Teile geteilt und man in dem einen Teil so gut wie eingesperrt wäre - daran will ich gar nicht denken...Was muss das für ein Gefühl gewesen sein?! Man durfte ja noch nicht einmal überall hin reisen, wo man hin wollte.
Der Tag, an dem wir in der Bernauer Straße waren, war zwar allgemein gut zu unserem Thema passend, jedoch war der Besuch dort sehr kurz. Unter einem Gedenkstätten-Besuch habe ich mir hier etwas anderes vorgestellt. Meiner Meinung nach hätte man länger an diesem Ort verweilen und evtl. eine Gedenkminute einlegen sollen. Auch hätte ich mir vor Ort ein paar Informationen über diese Gedenkstätte gewünscht. So konnte bzw. musste man sich ein komplett eigenes Bild machen.
Ich finde, dies ist ein Punkt, über den man bei zukünftigen Besuchen in Berlin und der Berliner Mauer bzw. der Bernauer Straße nachdenken sollte.