Auch das haben wir erlebt

Verhöhnung der Opfer durch Besucher

Während unseres Aufenthalts in Buchenwald begegneten wir anderen Besuchergruppen. Viele dieser Leute machten uns wütend, denn ihr Verhalten war uns unverständlich.

Einige von ihnen mißachteten, was selbstverständlich sein sollte, im Häftlingsbereich nicht zu rauchen und keine "dummen Sprüche" loszulassen.

Ein Beispiel, das uns ziemlich ärgerlich und zugleich auch traurig machte, war die Begegnung mit einer Jugendlichen, die ein Hess-T-Shirt (Hess war Hitlers Stellvertreter) und Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln trug. Sie ging durch das Krematorium und sagte fasziniert: "Ey cool, hier haben sie 'die' reingeschoben. Wie geil !!!"

Wir alle empfanden das Krematorium als einen Ort stillen Gedenkens und dieses Verhalten als eine Verhöhnung der Opfer.

Ebenso unverständlich war für uns die Begegnung mit Menschen, die am Aschegrab Pilze suchten. Wer würde sonst schon Pilze auf einer Grabstätte suchen?

Führungen für Besuchergruppen, die sich nur wenig Zeit für den Ort nehmen, können nur ganz wenige Aspekte vermitteln. Jegliche Einzelheiten, die wir in der einen Woche erfahren haben, waren für uns von großer Bedeutung, da wir dadurch immer wieder einen neuen Blick auf den Ort bekamen.

In Buchenwald brauchten wir viel Zeit, Ruhe und Verständnis füreinander, um einigermaßen mit dem Ort klarzukommen. Deswegen haben uns die Begegnungen mit einigen Besuchern gestört.

Emel Eroglu und Rebecca Speck

Was ist nötig, um uns in Täter zu verwandeln?Fazit nach einer Woche

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