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Der Schornstein des Krematoriums - ein Symbol der Hoffnungslosigkeit - ist von jeder Stelle des Lagers aus zu sehen. |
Bei der Ankunft im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald wußten wir (trotz unserer intensiven Vorbereitung) nicht, was uns erwartete. Auch während der ersten Führung konnten wir noch nicht den rechten Zugang finden.
Aber schon im Laufe des zweiten Tages stellten sich bei der Auseinandersetzung mit dem Ort Gefühle wie Trauer, Verzweiflung und Wut ein.
Die Gemeinschaft in der Gruppe war uns bei der Verarbeitung dieser Gefühle sehr wichtig; Einzel- und Gruppengespräche waren eine große Hilfe. Verschiedene Gegenstände oder Plätze sind jedem Einzelnen persönlich wichtig geworden, z.B. das Krematorium, der Bunker, der Steinbruch, die Arbeit mit den Fundstücken, die selbständigen Erkundungsgänge auf dem Gelände oder die Kunstausstellung im ehemaligen Desinfektionsgebäude.
Das Aschegrab stellte für uns einen Ort des Gedenkens dar.
Da uns im Archiv der Jugendbegegnungsstätte und im Museum eine Fülle von Informationen zur Verfügung standen, hatten wir die Möglichkeit, mehr über das Lager zu erfahren.
Absonderliches in den Akten
Absonderliches entdeckten wir in den Akten. So forderte der erste Kommandant des Konzentrationslagers, Karl Koch, die SS-Männer auf, den Hirsch im SS-Lagerzoo doch nicht mit dem Geweih an den Zaun zu binden, bei Zuwiderhandlung droht er Strafe und Meldung nach Berlin an. Er begründet dies mit der Tierliebe der Deutschen - gleichzeitig wurden keine fünf Meter weiter Menschen zu Tode gequält.
Es fiel schwer, uns von diesem Ort zu trennen; wir hatten Angst, uns aus der Verbundenheit der Gruppe zu lösen. Auch die Rückkehr aus Buchenwald war sehr schwer für uns, denn wir glaubten, in einer anderen Welt zu sein. Der Umgang mit alltäglichen Dingen war für uns zunächst problematisch.
Wir stellten schnell fest, daß die Menschen unseres Umfeldes unsere Gefühle nicht verstehen konnten, weil sie Buchenwald noch nicht selbst erlebt haben. Nach dieser Erfahrung ist für uns klar: Buchenwald ist für uns noch nicht abgeschlossen.
Christiane Hohmann und Wiebke Ufkes
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