Das Fundstück, ein gußeisener Ofen, wird restauriert.
Zum Kennenlernen des Ortes Buchenwald gehörte auch die Arbeit mit den Fundstücken. Zwei Aspekte sind dabei wichtig; die Restauration und die Analyse.
Aufbauend auf den spezifischen Merkmalen des von uns ausgesuchten Gegenstandes, konnten wir Rückschlüsse auf dessen Funktion und Besitzer ziehen. Manchmal war es kompliziert, die gefundenen Gegenstände zu identifizieren. So stellte sich zum Beispiel ein spiralförmiger Draht, der einer Bettfeder ähnelte, nach langem Überlegen und Recherchieren als ein selbst angefertigter Tauchsieder heraus.
Weiterhin konnten wir im Museum Informationen zu den Objekten finden und sie so besser einordnen. In der Restaurationswerkstatt konnte man sich je nach Interesse mit einem oder mehreren Gegenständen auseinandersetzen.
Zur Bearbeitung war das grobe Reinigen der erste wichtige Schritt. Auch nach so langer Zeit konnte man die nach und nach zu Tage tretenden Gravuren, Muster und Bilder noch gut erkennen. Zum Beispiel kamen nach langem Säubern aus einer undefinierbaren Masse ein verschnörkelter Silberkamm und aus einem schwer erkennbaren, verlehmten Gegenstand ein gußeiserner Ofen zum Vorschein.
Das Bearbeiten der Fundstücke half uns sehr, den Ort und unsere Gefühle besser zu verarbeiten. Dazu kam, daß wir uns dem ehemaligen KZ Buchenwald näher gefühlt haben, da wir uns durch die dürftig hergestellten Gegenstände des Häftlingsalltags "besser" in das Lagerleben hineinversetzen konnten.
Entlastend war auch, daß wir die Möglichkeit hatten, "Hand an den Ort anlegen zu können", anstatt uns "nur" mental mit ihm zu beschäftigen.
Susanne Hermann, Tanja Klein und Nina Kretschmer
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