Die Geschichte Buchenwalds als Konzentrations- bzw. Internierungslager umfaßt den Zeitraum von 1936/37 bis 1945 und von 1945 bis 1950.
Die Planungen für ein Konzentrationslager in der Mitte Deutschlands begannen mit einem Brief des Gauleiters von Thüringen an den Reichsführer-SS Heinrich Himmler, in dem der Wunsch zur Errichtung eines zentralen Gefangenenlagers geäußert wurde, das "auch im Kriegsfall Verwendungszweck findet".
So wurden im Juli 1937 von einem kleinen Trupp Häftlinge auf dem Ettersberg bei Weimar die Grundsteine des Lagers gelegt. Zunächst war es für politische Gegner des Naziregimes, vorbestrafte Kriminelle und sogenannte "Asoziale" bestimmt, nach der Reichspogromnacht (9. November 1938) zunehmend für Juden, desweiteren für gesellschaftliche Randgruppen, die nicht dem Menschenbild der Nazis entsprachen, z. B. Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und Homosexuelle.
Nach Kriegsbeginn wurden vermehrt Kriegsgefangene und ausländische Zivilisten in das KZ deportiert. Insgesamt betrug die Zahl der inhaftierten Häftlinge über 250.000. Das KZ Buchenwald war ein Arbeitslager - "Vernichtung durch Arbeit" war von der SS angestrebt. Diese Zielsetzung wurde in den ersten zwei bis drei Jahren mit der Errichtung und Erweiterung des Lagers umgesetzt, während nach `39 die Häftlinge zum größten Teil für die Waffenproduktion missbraucht wurden.
In den Jahren 1942/43 entstanden die Gustloff-Werke, in denen u.a. Steuereinrichtungen der V2-Raketen gefertigt werden mußten. An den unmenschlichen Arbeitsbedingungen und den katastrophalen hygienischen Verhältnissen, insbesondere im "Kleinen Lager", das als Quarantäne- und Sterbelager diente, starben bis zur Befreiung am 11. April 1945 über 56.000 Häftlinge.
Das Gelände wurde von `45 bis `50 unter sowjetischer Herrschaft als Internierungslager für NS- und SS-Funktionäre der mittleren und unteren Führungsebene genutzt. Das sogenannte Speziallager 2 ist auch heute noch ein umstrittener Diskussionspunkt, da die Schuldfrage bei einigen Inhaftierten niemals geklärt wurde.
Auch wenn die Geschichte Buchenwalds als Gefangenenlager 1950 endet, sollte sie niemals in Vergessenheit geraten!
Kathrin Eckhardt und Christoph Salzer
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