Aljoscha - ein Junge aus Krivoj Rog

 

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Aljoscha ist ein 13 jähriger Junge aus der ukrainischen Stadt Krivoj Rog, dort wo die Geschichte spielt. Es ist kalter Winter und es gibt wenig Nahrung, so dass Aljoscha sich gezwungen sieht, zu stehlen. Die Mutter arbeitet hart, ist jedoch nicht imstande, ihre achtköpfige Familie alleine zu versorgen. Denn der Vater ist nach der Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg ein hoffnungsloser Säufer geworden, der zu nichts mehr fähig ist.
Aljoscha begegnet in seiner Laufbahn mehreren Schwierigkeiten wie der Bandenkriminalität. Er schließt sich mit 14 Jahren einer an und fängt dann auch an, zu stehlen und die Schule zu schwänzen. Er erlebt das Elend hautnah mit, jedoch kämpft er für sich. Nach einem erholsamen Urlaub bei seiner Oma auf dem Land kommt Aljoscha in eine viel beschwerlichere Situation nach Hause zurück. Seine geliebte Mutter liegt nun schon seit einiger Zeit sehr krank im Bett. Und obwohl er sich sehr um sie bemüht und ihr hilft, stirbt sie eines Tages. Für Aljoscha ist das ein schwerer Schlag, jedoch versucht er sein Leben in den Griff zu bekommen. Er nimmt eine Arbeit an und macht einen fantastischen Schulabschluss. Als er den Armeedienst antritt, hofft er auf eine bessere Zukunft, in der er viele der von ihm geliebten Schmalzbrote mit Zucker essen kann.

Hier eine kleine Leseprobe:

"...Du, Petka"-Petka war der mit dem Muttermal-" du, Petka und du, Sascha, ihr nehmt Aljoscha in die Mitte. Ich und Viktor stellen uns hinter euch. Den Schlussmann macht unser Sprinter Wowka. Und du, Aljoscha, du passt gut auf, es ist diesmal eine Lehrvorführung!" meinte Kleinauge großspurig. "Das nächste Mal bist du der Vordermann, da darf nichts schief gehen. Also, aufgepasst!"
"Ich mache da nicht mit, wenn ich nicht weiß, um was es geht!" wehrte sich Aljoscha schwach.
"Das kann man schlecht erklären, pass nur ganz genau auf. Wir gehen jetzt Öl kaufen. Petka wird mit der Marktfrau um den Preis handeln. Du brauchst nur die Ölflasche zu nehmen und sie an Sascha weiterzugeben. Er wird sie solange halten, bis wir wissen, was sie kostet", sagte Kleinauge und lachte.
Die drei zogen als erste los. Der Markt war nicht voll. Nur einzelne Frauen standen da mit Butter, Öl und getragener Kleidung, die sie verkaufen wollten. Einige kauflustige Kunden gingen über den Markt und prüften die Waren. Von der Miliz war am frühen Morgen noch nichts zu sehen.
Petka trat zu der Marktfrau, die Öl zu verkaufen hatte. Sie stand da und stampfte mit den Beinen auf den Boden, um sich Bewegung zu verschaffen. Trotz der wattegefütterten Jacke und dem großen Wolltuch, das sie um Kopf und Schulter über der Brust gekreuzt hatte, fror sie sehr. Es war bitterkalt an diesem Februarmorgen. Ihr Gesicht war rot vor Kälte. Sie hatte Filzstiefel an. Mit dem linken Arm hielt sie zwei Flaschen Öl an sich gepresst.
Petka ging auf die Frau zu. "Guten Morgen", brummte er so leise, dass die Frau ihn kam verstehen konnte.
"Was hast du gesagt, mein Söhnchen?"
"Was ist das für Öl?" fragte er.
"Sonnenblumenöl", gab sie Auskunft.
"Wie teuer?"
"Zwei Rubel achtzig."
"Viel zu teuer", sagte Petka frech.
Dann geh und sich dir billigeres. Mein Öl ist reines Öl, gutes, nicht gepanscht", erwiderte sie ärgerlich.
"Zeig mal, Mütterchen, ich will sehen, ob es tatsächlich reines Öl ist."
"Was verstehst du grüner Junge von Öl", entgegnete sie unwirsch.
"Oh, sehr viel, ich kaufe immer für meine Mutter ein."
Misstrauisch schaute sie ihn an. Zu oft hörte man von kleinen Dieben, die Marktfrauen auf diese Weise bestehlen. Sie konnte aber nur Petka sehen. Bei der anderen Frau nebenan standen noch zwei Kinder, aber diese interessierten sich anscheinend für gelbe Rüben. Zögernd gab sie Petka eine Flasche. Der hob sie gegen das Licht und tat so als müsse er das Öl genau prüfen. Auf einmal waren wie aus der Erde geschossen fünf weitere Jungen da. Petka gab Aljoscha die Flasche, der nahm sie verständnislos und blickte die Frau ängstlich an. Sascha riss Aljoscha die Flasche aus den Händen und reichte sie nach hinten zu Kleinauge. Der gab sie an Viktor weiter. Wowka langte seitwärts nach vorn und nahm sie Viktor ab, drehte sich um und preschte los. Alles ging so blitzschnell, dass die Frau nicht sehen konnte, wo ihre Flasche geblieben war. Sie fing an zu schreien:  „Hilfe, Hilfe, die bestehlen mich!"
Die Jungen blieben ruhig stehen. Es liefen einige Leute zusammen und umringten sie. Ein Mann fragte die Frau, was los sei und wo die Diebe wären.
"Die haben mir eine Flasche Öl gestohlen." Sie zeigte mit dem Finger auf die Jungen.
"Das ist nicht wahr", brauste Petka auf. "Schauen Sie mich doch an, wo habe ich die Flasche?"
"Der Junge hinter ihm hat sie", rief die aufgebracht.
Aljoscha wurde bleich, jetzt wußte er plötzlich, was eine Ölkette war - ein Kettenklau war das..."