Auf den Spuren eines Casanovas
Hat ihn jemals jemand gefragt? Er selbst empfand Wetzlar doch scheinbar als eine hässliche, stinkende und schlüpfrige Stadt, auf deren Straßen sich Misthaufen und Ungeziefer häuften! Der eigentliche Grund für sein Kommen war sein Vater gewesen, der ihn zwang, ein Praktikum am höchsten Gericht des Deutschen Reiches, dem Reichskammergericht zu absolvieren, wo Goethe allerdings sowieso nie zur Arbeit erschienen ist. Statt dessen zog er sich oft in die geliebte Natur zurück, wo er seine künstlerische Ader in jeder Hinsicht entfaltete.
Doch Goethe wäre nicht Goethe, wenn er nicht auch in Wetzlar eine Frau gefunden hätte, die seine Phantasie aufs Äußerste beflügelte. Seine unglückliche Liebe zu Charlotte Buff und den Selbstmord eines Bekannten verarbeitete Goethe zu seinem "Bestseller" Die Leiden des jungen Werther, der, in 160 Sprachen übersetzt, zum meistgelesenen Buch nach der Bibel wurde. Der Briefroman entfachte ein regelrechtes Werther-Fieber, dessen Ausmaße über das Tragen der Wertherkluft (weißes Hemd, gelbe Hose und blauer Rock) bis zu Fackelzügen um die Grabstätte des vermeintlichen Werther führten.
Doch heute ist von alledem nichts mehr zu spüren. Die Stätten, die noch an Goethe erinnern, sind liebevoll restauriert worden, wie zum Beispiel das Lottehaus, in dem wir in das damalige Alltagsleben eintauchen konnten, und so einmal mehr unsere Betten, Duschen und angenehme Kleidung zu schätzen lernten. Denn l,50 Meter lange Betten, in denen man zwecks Frisurerhaltung nur im Sitzen schlafen konnte, seltener Kontakt mit Wasser und Korsetts, die einem zwei Drittel der Lungen abschnürten, hätten wir wohl nicht ertragen können.
Alles in allem war es trotz der klirrenden Kälte eine interessante Erfahrung, die Stadt Wetzlar einmal durch die Augen von Johann Wolfgang (damals noch nicht "von") Goethe zu betrachten.
| Gesamturteil über den Aufenthalt Goethes in Wetzlar: |
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Gefühl: |
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Spannung: |
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Anspruch: |
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Erotik: |
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Von Carolin Kretz, Christine Hudel, Lisa Monhoff und Simone Gerlach |