Das Jüdische Museum an der Wilhelm-von-Oranien Schule

[ Bildergalerie]

Unsere Schule wurde vom Jüdischen Museum in Berlin als eine von nur fünf Schulen in Hessen ausgewählt, um das Projekt „on.tour- JMB macht Schule“ miterleben zu können. Geschichtslehrerin Kerstin Renkhoff und einige Schülerinnen und Schüler hatten zum Schuljahresende des vergangenen Schuljahres mit einem Bewerbungsvideo für den Zuschlag gekämpft und freuten sich riesig, das Tourmobil zum Workshop und einer besonderen Ausstellung begrüßen zu können. Das Jüdische Museum geht seit 2007 mit einem Mitarbeiterteam deutschlandweit auf Tour, um für Schülern und Schülerinnen jüdische Geschichte erfahrbar zu machen, auch wenn man nicht nach Berlin reisen kann. Dabei orientiert sich das Museum an der Lebenswelt von uns jungen Leuten und vermittelt sehr anschaulich das jüdische Leben nach der Zeit des Nationalsozialismus.

Wie empfinden wir heute die Gegenwart von Juden? Ich denke – wenn ich für uns Schüler und Schülerinnen sprechen darf – dass wir zunächst kein Problem haben, mit ihnen zu sprechen, zu lernen oder Zeit mit ihnen zu verbringen. Dennoch kommt es auch heute immer wieder vor, dass der Begriff „Jude“ noch als Schimpfwort benutzt wird. Nach 1945 war dies noch weitaus schlimmer. Zwar war der Nationalsozialismus vorbei, doch dies ist nicht gleichzusetzen damit, dass das Leben der jüdischen Menschen sich von heute auf morgen vereinfachte.

Der Workshop beschäftigte sich mit der jüdischen Kindheit und Jugend nach 1945. Das Motto lautete „So einfach war das“. Nach außen hin mögen viele Familien glücklich und zufrieden ausgesehen haben, allerdings war dies oft nicht der Fall.

Die Geschichtsleistungskurse konnten anhand von Fotos zunächst die Personen auswählen, mit denen sie sich näher beschäftigen wollten. Anschließend wurde mit Hilfe von iPods und Arbeitsblättern nähere Informationen über die abgebildeten Personen – Rachel Singer, Tsagir Cohen, Andrzej Bodek, Ekaterina Kaufmann, Minka Pradelski und Wladimir Kaminer - gesammelt. In der Gruppenarbeit wurde eine Art Präsentation vorbereitet, in welcher die Erwartungen, Hoffnungen und schließlich die Lebenswirklichkeit der jüdischen Personen dargeboten wurde.

Aber wie einfach war es denn nun wirklich? Von einem einfachen Leben als Jude nach 1945 kann man gar nicht sprechen. Jeder Einzelne hatte zu kämpfen. Nach jahrelanger Verfolgung, Demütigung und Überlebenskampf kann man nicht einfach wieder in alte Lebensumstände übergehen. Auch wenn man nach außen hin versucht locker zu wirken, ist man innerlich noch immer verwundet und ängstlich. Oft scheiterten die Versuche eine neue Existenz aufzubauen, neue Freunde zu finden oder einen guten Job zu erlangen.

Die mobile Ausstellung war sehr besonders. Denn sie bestand aus fünf roten Würfeln. Zum einen konnte man da super bequem relaxen und auf der anderen Seite hatten vier der Würfel eingelassene Vitrinen, die ausgewählte Exponate des Museums enthielten und sich von der einen zur anderen Seite wenden ließen. Anhand der Gegenstände und den Erzählungen des Mitarbeiterteams konnte man noch mehr über die jüdische Religion und Kultur erfahren.

Abschließend kann man sagen, dass sowohl der Workshop, als auch die Ausstellung gut gelungen ist und man vom Jüdischen Museum einen sehr guten Einblick bekommt. Eine Bewerbung lohnt sich auf jeden Fall!!!

©2011 Lukas Engel – Q1 LK Weigel

Bildergalerie

[ zum Artikel ]

(zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)