Stimmen der Kriegskinder nach 70 Jahren

Lesung mit Freya Klier an der Wilhelm-von-Oranien-Schule

Die Autorin, Filmemacherin und DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier war letzte Woche zu Gast am Dillenburger Gymnasium. Anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges wurde die Lesung in Kooperation mit der Hessischen Zentrale für politische Bildung ermöglicht.

Vor über 100 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe Q2 las Frau Klier berührende Passagen aus ihrem neuesten Werk „Wir letzten Kinder Ostpreußens – Zeugen einer vergessenen Generation“. In ihrem Buch, das 2014 im Herder-Verlag erschienen ist, widmet sich Freya Klier sieben Kindern, die alle ein ähnliches Schicksal im Sommer 1944 teilten. Deren Kindheit ist leidvoll geprägt vom Krieg, die letzten Kriegsmonate bedeuten Flucht und Hoffnung, aber auch dramatische Momente durch Verfolgung im sowjetisch besetzten Ostpreußen. Die von Freya Klier dargestellten Einzelschicksale stehen in ihrer Besonderheit und Dramatik für sich, zugleich sind sie jedoch ein exemplarisches Bild für die Generation an Kindern, deren Jugendzeit und das spätere Leben vom Krieg und dessen Ende beeinflusst wurden.

Mit Betroffenheit und Interesse lauschten die Oberstufenschülerinnen und -schüler diesem ergreifenden Zeugnis einer vergangenen Generation. In der anschließenden Aussprache zeigte sich: Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich.

Freya Klier antwortete geduldig und nicht ohne Witz auf die Fragen der Jugendlichen. Diese bezogen sich nicht nur auf das Schicksal der Kriegsgeneration und den Zweiten Weltkrieg, sondern knüpften direkt an der Biographie der DDR-Bürgerrechtlerin an, so dass Freya Klier auch über ihre Jugend in der DDR, das Leben und den Widerstand in der Diktatur sprach. Ebenso kamen die Herausforderungen, die Krieg und Flucht in unserer heutigen Zeit an die Gesellschaft stellen, zur Sprache. Zum Ende der Veranstaltung gab die Autorin den Schülerinnen und Schülern den Rat auf den Weg, sich für die eigenen Interessen und derer, die unter Verfolgung und Not leiden, stark zu machen.

 

Bildergalerie
(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

 
 

©2015 Text: Kerstin Renkhoff, WvO
Fotos: Markus Hoffmann, WvO