Gymnasium wird nun streng bewacht

Römischer Legionär in voller Rüstung soll Unterricht anschaulicher machen

Einbrüche an Schulen haben in der letzten Zeit deutlich zugenommen, wie man der Tagespresse entnehmen konnte, doch die Wilhelm-von-Oranien-Schule hat noch vor den Sommerferien weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen: Das Dillenburger Gymnasium verfügt seit ein paar Wochen über „antikes Wachpersonal“: Aus Mitteln des Nassauischen Zentralstudienfonds wurde eine lebensgroße Figur eines römischen Legionärs angeschafft, welche – Spaß beiseite – zur lebendigeren Veranschaulichung der römischen Historie im Geschichts- und Lateinunterricht dienen soll.

Das „Imperium Romanum“ wird im Fach Geschichte in Klasse 6/7 und dann noch einmal zu Beginn der Oberstufe behandelt, im Lateinunterricht ist es sowieso allgegenwärtig. Vermittelt wird das Wissen über diese Epoche in der Regel konventionell mit Schulbuch oder anderen typischen Schulmedien. Doch insbesondere für die Mittelstufenschüler ist es wichtig, Lerninhalte auch anschaulich und im wörtlichen Sinne „begreifbar“ zu vermitteln. Das geschieht zwar regelmäßig durch Exkursionen zum Limeskastell Saalburg, aber mit Originalnachbildungen von „Lorica“ (Panzer) und „Galea“ (Helm), „Gladius“ (Schwert), „Scutum“ (Schild) und „Pilum“ (Speer), welche die Schaufensterpuppe nun vor Ort demonstriert, wird der Unterricht sofort lebendiger.

Geschichtslehrer Markus Hoffmann, der sich um die Beschaffung der Ausrüstung kümmerte, beschreibt die Zielsetzung: „Es geht selbstverständlich keineswegs um Begeisterung für antike Militaria, sondern um Einblicke in das Alltagsleben eines römischen Legionärs; ein Schüler, der einmal die Ausrüstungsgegenstände in der Hand gewogen hat, bekommt eine realistischere Vorstellung von den Strapazen, die ein Fußsoldat in den Legionen auf den langen Märschen quer durch das Weltreich zu (er)tragen hatte.“

Die Kosten der Anschaffung wurden dankenswerterweise vom Nassauischen Zentralstudienfonds übernommen. Im Moment steht der Legionär, der bei einer Klassenvisite schon „Brutus“ getauft wurde, noch in einem Konferenzraum (und manche Hereinkommenden fahren stets etwas erschreckt zusammen), aber demnächst soll ein endgültiger Standort im Schulgebäude gefunden werden, so dass alle den Römer sehen können, er aber zugleich vor Vandalismus geschützt ist – wobei die römischen Legionen mit den Vandalen früher ja auch schon zu tun hatten…

©2015 Text: Schülerinnen und Schüler der Klasse 9E / M. Hoffmann (WvO)
Fotos: M. Hoffmann (WvO)

Bildergalerie
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Die Klasse 9E erkundet die Ausrüstung 
Der Legionär in voller Größe und Ausrüstung 
 Legionär Brutus und Schüler Nick S. vis-à-vis