Erlebniswelt Rechtextremismus

Soziologe und Rechtsextremismus-Experte Helge von Horn hielt Vortrag an der Wilhelm-von-Oranien-Schule zum Thema „Rechtsextremismus“

Dr. Silvia Keil und Stefan Riemer begrüßten am 14.09.2015 abends etwa 120 interessierte Zuhörer – darunter überwiegend Schülerinnen und Schüler – im Forum der Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg. Anlass war ein Vortrag mit dem Titel „Erlebniswelt Rechtsextremismus – Aktuelle Strukturen und Erscheinungsformen einer menschenverachtenden Szene“ des Kasseler Soziologen und Rechtsextremismus-Experten Helge von Horn.

Im Anschluss konnte die Ausstellung "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert Stiftung besichtigt werden, welche mit dem abendlichen Vortrag eröffnet wurde. Die Ausstellung ist für zwei Wochen an der Wilhelm-von-Oranien-Schule zu besichtigen, informiert über die verschiedenen Facetten des Rechtsextremismus und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten gegen rechts auf.

Der Vortrag beschäftigte sich zu großen Teilen damit, woran die rechtsextreme Szene zu erkennen ist und wie sie sich verhält, aber auch damit, was genau Rechtsextremismus eigentlich ist. So sind rechtsextremistische Gruppierungen heutzutage nicht mehr an den Klischee-Symbolen wie Bomberjacke, Glatze und Springerstiefeln zu erkennen. Wenn man überhaupt eine Art Dresscode ausmachen wollte, so könnte man ihn an Marken wie „Thor Steinar“, „Erik and Sons“ oder an der an „Lonsdale“ orientierten Marke „Consdaple“ festmachen. Letztere wurde eigens zu diesem Zweck entworfen. Weiterhin nutzen Rechtsextremisten alte germanische Symbole oder Zahlencodes wie die 88, die zweimal für den 8. Buchstaben des Alphabets und somit als Abkürzung für „Heil Hitler“ stehe. Auch die legendären „14 words“, eine Art Glaubensbekenntnis der Rechtsextremen, finden auf Kleidungsstücken, Nummernschildern und Ähnlichem Platz.

Natürlich sei nicht jede 88, jedes alte germanische Symbol und jede Abkürzung rechtsextremistischen Ursprungs, das sei klar, meinte der Redner Helge von Horn. Auch bei Veranstaltungen und Demonstrationen sind rechtsextreme Gruppen immer seltener als solche zu erkennen, da sie auf „Nachbarveranstaltungen“ wie z.B. Demonstrationen der Pegida ausweichen.

Nach dem Vortrag gab es für die Zuhörer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler diskutierten sehr angeregt mit dem Referenten. So wurde beispielsweise darüber gesprochen, wo die Grenze zwischen Patriotismus und Rechtsextremismus zu ziehen sei, welche Rollen Frauen in der rechtsextremen Szene einnehmen und wie man mit rechtsextremen Äußerungen im Bekanntenkreis umgehen sollte.

 

Bildergalerie
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Ca. 120 Gäste verfolgten interessiert den Vortrag 
Der Referent Helge von Horn 
Anschließender Besuch der Ausstellung 
 
 
©2015 Text: Magdalena Hild und Emily Meißner,
Schülerinnen Klasse 9C
Fotos: Markus Hoffmann, WvO