Mückenatlasprojekt

Der so genannte "Mückenatlas" unterstützt aktuell laufende Forschungsarbeiten zum Monitoring in Deutschland und existiert seit dem Frühjahr 2011.

Monitoring umfasst das Aufstellen von verschiedenen Stechmückenfallen in Deutschland, an unterschiedlichen Orten wie z.B. naturnahen Feuchtgebieten, urbanen Regionen oder Bachwasserabschnitten. Die verschiedenen Fallen werden von April bis Oktober einmal wöchentlich für jeweils 24 Stunden betrieben. Anschließend werden die Mücken tiefgefroren, konserviert und an zentraler Stelle morphologisch identifiziert. Einige Stichproben der Stechmücken werden darauffolgend molekularbiologisch auf Viren und andere Krankheitserreger untersucht.

Der "Mückenatlas" arbeitet im Auftrag des Robert-Koch-Instituts und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Er ruft zur Mückenjagd auf, damit mit vielen Mücken von unterschiedlichen Standorten gearbeitet werden kann. Mückenjäger wird man, indem man ein Gefäß über eine gesichtete Mücke stülpt und dieses mit einem Deckel verschließt. Zum Abtöten der Mücke, muss das Gefäß ca. einen Tag im Gefrierfach platziert werden. Anschließend muss die Mücke ca.3 Tage auf einer Heizung oder Ähnlichem trocknen. Dies dient der Vorbeugung vor Schimmel. Zuletzt muss das Formular, welches auf der Homepage des Mückenatlas zu finden ist, ausgefüllt und zusammen mit der Beute an den Mückenatlas versendet werden. Die Adresse ist ebenfalls auf der Homepage des Mückenatlas vermerkt.

Der Einsender erhält ein Antwortschreiben mit dem Bestimmungsergebnis. Darüber hinaus wird der gesamte Datensatz zum Nachweis der Mücke in die deutsche Stechmückendatenbank CLUBASE aufgenommen. Des Weiteren erscheint der auf der Homepage gesetzte Nachweispunkt für den Einsender und ist jeder zeit abrufbar.

Der Hintergrund des "Mückenatlas" besteht darin, dass Stechmücken in Deutschland lange Zeit wissenschaftlich vernachlässigt wurden und daher grundlegendes Wissen über das Vorkommen und die Verbreitung verschiedner Arten fehlt. Durch z.B. die Klimaveränderung oder die Globalisierung siedeln sich in Deutschland unter anderem nicht-einheimische Stechmückenarten an. Die Erforschung ist sehr wichtig, weil Stechmücken in der Lage sind, Krankheiten zu übertragen, wie z.B. Malaria oder Gelbfieber. In Deutschland sind bisher 46 Stechmückenarten bekannt, wovon die Weibchen aufgrund der benötigten proteinhaltigen Nahrung - zur Reifung der Eier, Blut - saugen.

Sie besitzen hochspezialisierte Stechrüssel, womit sie in die feinen Blutgefäße in der Haut eines Wirbeltieres sticht. Diese Blutaufnahme ist gekoppelt mit der Abgabe von Speichel, auf diese Weise können in der Mücke enthaltene Krankheitserreger übertragen werden. Die konkreten Ziele des "Mückenatlas" sind zum einen die Erfassung des Vorkommens der geografischen Verbreitung und der Phänologie von Stechmückenarten in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung invasiver Arten sowie die Erstellung von Verbreitungskarten der in Deutschland nachgewiesenen Stechmückenspezies; zum anderen jedoch die PCR-Testung von Stechmücken auf Infektionen mit Togaviren, Flaviviren und Orthobunyaviren. Darüber hinaus soll der "Mückenatlas" einer Etablierung von Methoden zur Anzucht einheimischer und invasiver Stechmückenarten im Labor im Zweck von Durchführungen von Vektorkompetenzen und dem Aufbau einer Datenbank zur Erfassung aller Stechmücken relevanten Daten für Deutschland dienen.

Schüler der Wilhelm-von-Oranien Schule erwiesen sich ebenfalls als fleißige Mückenjäger. Folgende Stechmücken konnten aus den gemeinsamen Einsendungen der W-v-O identifiziert werden:

Aedes vexans (Wiesenmücke), Culex pipiens (gemeine Hausmücke), Culiseta annulata (Ringelmücke) und die Ochlerotatus sticticus (Hochwasser-Moskito).

Die meisten Mücken wurden von der Klasse 7C gefangen, welche ganze 41 Stück einsendete, gefolgt von der Klasse 11F mit 23 Mücken. Auf dem dritten Platz ist der Biologie Leistungskurs von Herr Seliger mit 16 gefangen Exemplaren. Die Klasse 9E fing insgesamt 6 Stück.

Quellen: http://www.mückenatlas.de ; https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCcken

©2016 Ann-Kathrin Waldschmidt