Schülerwerke im Museum für Gegenwartskunst

Oberstufenschüler der Wilhelm-von-Oranien-Schule stellten im Rahmen des Siegener Kunsttages aus

Am 8. Mai fand zum Thema "Grenzen" wieder ein Siegener Kunsttag statt, zu dem Künstler ihre Ateliers öffneten und Museen einluden, so auch das renommierte Museum für Gegenwartskunst in Siegen. Und auch die Schüler des Kunstkurses Q2 der Wilhelm-von- Oranien-Schule in Dillenburg durften mitmachen und beschäftigten sich also unter der Anleitung ihrer Lehrerin Martina Bölck mit der Bedeutung von "Grenzen".

Als spannend erwies sich gleich zu Beginn der Arbeit, mit welchen Ideen und Techniken sich zeitgenössische Künstler dieser Thematik angenommen haben. Daraufhin wurde schnell deutlich, dass es nicht nur durch die aktuellen politischen Ereignisse wichtig ist, sich mit Grenzen auseinanderzusetzen. So treten sie doch in fast allen Bereichen des menschlichen Lebens auf. Wo liegen persönliche Grenzen, Grenzen der Wahrnehmung, des Lebensgefühls? Welche Grenzen können wir mit unserem Denken überwinden? Und sind Grenzen eine Einschränkung, Ansporn oder Schutz? Im Laufe mehrerer Wochen Kunstunterrichts entwickelten die Schüler in Kleingruppen oder allein zu diesen Fragen ganz individuelle Werke, die mit Erwartungen spielen und neue Blickwinkel zeigen. Da ist bspw. eine Gipsplastik eines geöffneten Kopfes entstanden, in dessen Innerem sich – neben dem Gehirn – der Betrachter spiegeln kann. Ob Denken hier unendlich ist? Außerdem wurde eine Hommage an C. D. Friedrichs "Wanderer über dem Nebelmeer" als Fotografie mit Stacheldrahtzaun vor dem unerreichbaren und doch so sehnsüchtig erhofften Horizont inszeniert. Und das geschah in so großem Format, dass der Betrachter meint, mit in der Landschaft zu stehen. Von außen unscheinbar gibt sich dagegen ein weißer Karton, in dessen Innerem ein leuchtendes Farbenspiel durch eine Linie von tristen Tönen getrennt wird – oder doch etwa verbunden?

Diese und weitere vielfältige Werke der jungen Künstler aus Dillenburg wurden nun neben denen von Schülern anderer Siegen umgebender Regionen im Museum für Gegenwartskunst in Siegen, inmitten der aktuellen Ausstellung des amerikanisch-deutschen Fotografenpaares Andrea Robbins und Max Becher, bewundert.

©2016 Text und Fotos: Martina Bölck, WvO

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