Der Stöffelmaus auf der Spur…

Die Klassen 8a und 8c haben mit Herrn Harms, Frau Garotti, Frau Schönborn und Frau Brück am Freitag, dem 08.07.2016, den Stöffelpark in Enspel (Rheinland-Pfalz) besucht, um sich auf die Spuren der Stöffelmaus zu begeben.

Stöffelpark-allgemeine Informationen

Der Stöffelpark (siehe Abb. 1) ist ein Steinbruch und eine Ausgrabungsstätte für Fossilien in der Stöffelstraße in Enspel. Bis 2000 wurde dort Basalt abgebaut, allerdings ist das Vorkommen nun weitgehend erschöpft. Alle Fossilien, die dort gefunden wurden, kann man im Originalzustand im Stöffelpark betrachten. Berühmt wurde der Park durch den Fund der Stöffelmaus, einer Maus mit Flughäuten (Abb. 2). Der Stöffelpark ist ca. 140ha groß und wurde nach dem naheliegenden Stöffelberg benannt. Der Park hat Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 geöffnet. Im Jahr 2015 kamen rund 40.000 Besucher. Der Eintritt kostet für Kinder 3€, für Erwachsenen 5€ und eine Familienkarte kostet 10€. Mittlerweile ist der Stöffelpark ein beliebtes Touristenziel in Rheinland-Pfalz, da es neben dem Stöffel, dem Stöffelsee und zahlreichen Gebäuden, in denen die Fossilien, die Erdgeschichte, die Industrie etc. zu sehen sind, beispielsweise auch noch einen Kräutergarten (siehe Abb. 3), einen Klettersteig und Kunst zu bestaunen gibt.

Vulkanismus im Stöffelpark

Vor 25 Millionen Jahren entstand eine Erdspalte im Gebiet des heutigen Stöffelparks. Das aufsteigende Magma traf mit Grundwasser zusammen, sodass es zu einer Wasserdampfexplosion kam (siehe Abb. 4). Es entstand schließlich ein Maar, eine schüsselförmige Mulde, mit einer Fläche von einem Quadratkilometer. Die Magmakammern haben im Laufe der Zeit komplett geleert und sind zu Gestein geworden. Das Maar füllte sich anschließend mit Wasser und es entstand ein See (siehe Abb. 5). Doch dieser See wurde vor etwa 300.000 Jahren mit der Lava von einem entfernten Vulkan überschüttet. Das Ergussgestein Basalt blieb zurück. 1901 begann man damit, den Basalt abzubauen und der See füllte sich wieder mit Regenwasser, jedoch sehr langsam. Seit dem Jahr 2001 ist das Hauptvorkommen an Basalt ausgeschöpft und der Betrieb mehr oder weniger stillgelegt.

Der Basalt

Basalt ist ein Gestein. Es entsteht, wenn Magma bzw. Lava aus einer Spalte oder einem Vulkan austritt und abkühlt. Das abgekühlte Gestein, mit dem Härtegrad acht, heißt ab diesem Zeitpunkt Basalt. Basalt hat die Farbe dunkelgrau bis schwarz und ist sehr feinkörnig in dichter ungeordneter Grundmasse. Im Stöffelpark ist das Basaltvorkommen in einem dreiviertel Jahr erschöpft. Ein Ägypter, der mit Deutschem Namen Georg Bauer hieß, entdeckte den Basalt.

Der Stöffel und der Stöffelsee

Das Gebiet, das sich Stöffel nennt, ist nach einem Berg benannt, der sich im Westerwald zwischen Nistertal, Enspel und Stockum-Püschen befindet. Das Wort Stöffel ist zurückzuführen auf das Wort Stuuille und bezeichnet den stuhlähnlichen Basaltfelsen auf der Berghöhe. Die Bezeichnung Stöffel ging aus den Veränderungen der deutschen Sprache hervor. Durch den Basaltabbau, welcher zu Anfang des 20. Jahrhundert begann und bis 2001 bestand, hat der Stöffel an Höhe verloren. Der Stöffel wurde zu einem Steinbruch, in dem die Bewohner der Region arbeiteten.

Nebenan befindet sich der Stöffelsee (siehe Abb. 6). Er entstand infolge einer phreatomagmatischen Explosion (siehe Vulkanismus im Stöffelpark), die eine Kuhle im Erdboden hinterließ. Nach einem weiteren, fernen Vulkanausbruch wurde der See mit Lava verschüttet und durch den Basaltabbau wieder freigelegt. In der entstehenden Mulde sammelte sich Regenwasser. Der See ist heute etwa hüfthoch mit Wasser gefüllt und an der tiefsten Stelle acht Meter tief. Heute leben in diesem See Fische sowie viele Insekten und Frösche.

Industrie

Im Jahr 1901, vor etwa 100 Jahren, begann man mit dem Basaltabbau am Stöffel. Zu Beginn war der Abbau noch mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden, doch durch die zunehmende Industrialisierung wurden die Arbeitsbedingungen immer besser und Maschinen übernahmen die harten Aufgaben (siehe Abb. 7, 8). Das führte dazu, dass viele Berufe im Steinbruch ausstarben.

Basalt hat eine lange Haltbarkeit und ist ein guter Baustoff, da er sehr belastbar ist: Pro Quadratzentimeter hält Basalt einer Last von bis zu 4500kg stand. Dieses Gestein wird im Deichbau, in Hafenanlagen und zum Bau von Landebahnen für zum Beispiel Flugzeuge verwendet, denn hierbei wird die Belastbarkeit genutzt. Auch im Straßenbau als Teerzuschlag (siehe Abb. 9) und in Steinwolle, umgewandelt als Isolator in Feuerschutztüren, kann man von Basalt Gebrauch machen.

Fossilien

Im Stöffelpark wurden ca. 20.000 Fossilien gefunden, die sehr gut erhalten sind, da der Ölschiefer sie konservierte (siehe Abb. 10). Der Ölschiefer ist folgendermaßen entstanden: Das Gebiet war mit Wasser überflutet und der Schmutz hat sich am Boden abgelagert. Anschließend ging das Wasser zurück und die Ablagerungen festigten sich. Dieser Prozess wiederholte sich.

Im Stöffelpark wurden Fossilien von beispielsweise Karpfen, Fröschen, Krokodilen, Pfeifhasen und die sogenannten Stöffelmaus gefunden. Diese Fossilien wurden Mitte der 80er-Jahre entdeckt. Die Fossilen wurden von den Arbeitern gefunden und mit Messern in Bestandteile zerlegt. Auch heute werden vor allem noch Fossilen von Fröschen gefunden. Die Fossilien sind ungefähr 25 Mio. Jahre alt, das heißt sie wurden im Zeitalter Tertiär geborgen. Die Fossilen werden zur Konservierung mit Haarspray eingesprüht. Es gibt auch andere Vorgehensweisen, wie z.B. in Mainz, wo sie mit Kunstharz konserviert werden. (Abb. 11)

©2016 Texte und Bilder: Schülerinnen und Schülern der Klassen 8a und 8c
Maja Brück

Bildergalerie
(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

 
Abb. 1
Der Stöffelpark (Übersicht)
von Kevin Hahn 
 
Abb. 2
Die Stöffelmaus (Skizze des Fossils)
von Tim Jacobi und Kirill Tolstenok 
 Abb. 3
Stöffelerlebnisgarten
Abb. 4
Die Entstehung eines Maars
von Sebastian Schneider 
Abb. 5
Die Entstehung eines Maarsees
von Julius Enseroth 
Abb. 6
Basaltwerfer am Stöffelsee 
Abb. 7
Ehemaliges Basaltförderband 
Abb. 8
Industrielle Anlagen im Stöffelpark 
Abb. 9
Basalt im Teer 
Abb. 10
Ölschiefer, in dem Fossilien verborgen sind 
 
 
 
 
Abb. 11
Fossiliensucher