Auf den Spuren der deutschen Einheit in Berlin

An Wettbewerben teilnehmen lohnt sich!

Im Rahmen des Wettbewerbs "25 Jahre Deutsche Einheit", welcher von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung ausgeschrieben wurde, fuhren zwölf Preisträger nach Berlin. Die Preisträger hatten entweder in kleinen Gruppen oder in Einzelarbeit am Preisausschreiben teilgenommen und wurden Ende Juni mit einer aufregenden Siegerfahrt belohnt. Unter den Siegern befand sich auch Pauline Erdmann, Schülerin der Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg, welche sich in ihrer Einzelarbeit "Unbeugsam an jedem Ort - eine Begegnung mit Hartmut Richter" mit den Methoden der Staatssicherheit und dem Erziehungsauftrag der Jugendkultur im Wandel der Zeit auseinandersetzte und dafür den ersten Preis verliehen bekam.

Ziel der Siegerfahrt war es, sich in Berlin auf die Spuren 25 Jahre deutscher Einheit zu begeben. So standen sowohl klassische Programmpunkte, wie ein Rundgang durch das politische Berlin mit Brandenburger Tor und dem Reichstag, aber auch themenbezogene Programmpunkte wie die Erkundung der "Gedenkstätte Berliner Mauer", des Checkpoint Charlie oder der "Topographie des Terrors" an.

Im Laufe der Woche ging es für einen Tag mit dem Zeitzeugen Hartmut Richter nach Potsdam. Dort zeigte er den Preisträgern das Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit, in dem er selbst mehrere Jahre inhaftiert war. Besonders für Pauline Erdmann war dies ein ganz besonderer und emotionaler Tag, da sie sich mit der Geschichte von Hartmut Richter in ihrem Beitrag auseinandergesetzt und nun die Gelegenheit hatte, ihn ein weiteres Mal zu treffen und über seiner Vergangenheit zu interviewen.

Auch die anderen Preisträger hörten Herrn Richter über mehrere Stunden gespannt zu und gingen mit ganz vielen - sowohl traurigen als auch fesselnden - Eindrucken an diesem Abend zurück. Auch wenn das Programm oft sehr anstrengend war, war es stets abwechslungsreich und eine gute Mischung zwischen ernster und harter Thematik, aber auch jeder Menge Spaß. Das Highlight für viele war das Viertelfinale auf der Fanmeile oder die abendliche Bootsfahrt auf der Spree. Es entstand schnell eine dynamische Gruppe, welche sich gegenseitig stärkte und aufbaute, wenn der ein oder andere Programmpunkt einen zum Nachdenken anregte. Bei den gemeinsamen Essen, wie zum Beispiel bei der besten Currywurst Berlins, wurde dann auch wieder zusammen gelacht.

Am Ende der Woche waren alle der Meinung, dass sich die mühevolle Arbeit ausgezahlt hatte und man sich bei einem Nachtreffen über die Erfahrungen und die aufregende Woche austauschen wolle. Man ging sowohl mit einem lachenden als auch mit einem weinenden Auge und war froh, dass man viel Neues dazu gelernt und erfahren hatte, ohne dass die Reise auch nur einen Hauch einer Klassenfahrt hatte, wie von vielen vorher befürchtet.

©2016 Text & Foto: Pauline Erdmann, Q3

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Zeitzeuge Harmut Richter mit der Wettbewerbsteilnehmerin Pauline Erdmann