2 Tage Abgeordnete des Europäischen Parlaments

WvO-Schüler nehmen an Simulation in Berlin teil

Kurz vor den Weihnachtsferien hatten vier Schüler der Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg die Möglichkeit, für zwei Tage Abgeordnete des Europäischen Parlaments zu sein: Franziska Weber (Q3, PW-LK Sajon), Jan Hasenkrug (Q3, PW-GK Riemer), Gabriel Schneider (Q3, PW-GK Weigel) und Jakob Pfeifer (Q1, PW-GK Riemer). Dies geschah im Rahmen der Simulation "Europäisches Parlament", welche von der Jungen Europäischen Bewegung Berlin-Brandenburg ausgerichtet wurde. Die Initiative hierzu kam neben der eigenen Motivation der Schüler von Politik & Wirtschafts-Lehrer Stefan Riemer.

Mit einem groben Plan und ausreichend Vorwissen traten die Schüler die Reise in die Hauptstadt an. Die aktuellen Themen, über die diskutiert werden sollten, waren das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP und die europäische Asyl- und Migrationspolitik. Zur Vorbereitung dienten die erhaltenen Dokumente über die jeweiligen Länder und Fraktionen, in die man sich zuvor einwählen musste. Nach einem entspannten Abend nach der langen Anreise ging es am nächsten Morgen früh los. Begonnen wurde neben einer Videobotschaft von Martin Schulz und einer Begrüßungsrede des Präsidenten des Abgeordnetenhauses mit einer Diskussionsrunde mit dem stellvertretenden Regierungssprecher Georg Streiter. Hier hatten die "Abgeordneten" die Möglichkeit, ihre Fragen zu verschiedenen Themen loszuwerden. Inhaltlich ging es mit einem Treffen in den Ländergruppen weiter, wo Grundlagen der Europäischen Union wiederholt und die Position des jeweiligen Mitgliedstaats vertieft wurden. Nach der Mittagspause wurden diese im Plenarsaal den anderen Abgeordneten vorgestellt. Den Nachmittag verbrachten die Schüler schließlich in ihren Fraktionen, wo man sich zuerst in Ausschüsse aufteilte, die Änderungsanträge zu der bisherigen Beschlussvorlage formulierten. Abschließend beriet man sich in der gesamten Fraktion und stimmte über die Anträge ab, die am nächsten Tag zur weiteren Abstimmung eingebracht werden sollten. Dieser begann ebenfalls mit einer Rede des Aktivisten Vincent-Immanuel Herr, der seine Vorstellung von Europa erläuterte sowie unterstützende Maßnahmen für Jugendliche in der EU präsentierte. Darauf folgend versammelte man sich in den fraktionsübergreifenden Ausschüssen, in denen nun über die parteiinternen Anträge abgestimmt wurde. Am Ende stand schließlich fest, welche in der Plenardebatte vorgelegt werden. Allerdings hatten auch hier die einzelnen Fraktionen noch einmal die Möglichkeit, über das Ergebnis in den Ausschüssen zu beraten, um gegebenenfalls abgelehnte Anträge doch noch einzubringen. Zudem wurden nun Fraktionsvorsitz, deren Stellvertreter sowie die AG-Sprecher zu beiden Themen vergeben. Hierbei vertrat die Dillenburger Delegation mit Gabriel Schneider als Sprecher für TTIP und Jan Hasenkrug für die Asyl- und Migrationspolitik zwei Posten der EVP. Nach inoffiziellen Koalitionsverhandlungen und einer kurzen Mittagspause ging es nun zum eigentlichen Herzstück der SIMEP, der Plenardebatte. Dort konnten die AG-Sprecher ihre Reden zu beiden Themen halten, bevor schließlich die einzelnen Anträge vorgestellt und diskutiert wurden. Auch wenn dieser Prozess bis in die Abendstunden andauerte und das Ergebnis für die EVP nicht gerade als erfolgreich zu bezeichnen ist, konnten die Abgeordneten aus der Debatte und dem gesamten Projekt viel mitnehmen. Nicht nur, dass trotz aller Streitigkeiten eine demokratische Einigung erzielt werden kann, sondern auch ein neuer Blick auf die Möglichkeiten, welche die EU als überstaatliches Organ bietet. Natürlich gibt es viele Schwierigkeiten und nicht alle können auf europäischer Ebene gelöst werden, dennoch ist es gut und wichtig, dass es eine solche "Institution" gibt. Dies zeigt nicht zuletzt der Erhalt des Friedensnobelpreises 2012, der in seiner Begründung zugleich die Idee der Europäischen Union wiederspiegelt: "sechs Jahrzehnte, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beitrugen". So gilt es diese Bemühungen fortzusetzen und nach dem Motto "in Vielfalt geeint" Europa so zu gestalten, wie wir alle es benötigen. Denn Europa ist das, was wir daraus machen. Mit dieser Erkenntnis und einem entspannten letzten Abend mit kennengelernten Abgeordneten traten die WvO-Schüler am Sonntag die Heimreise an.

©2017 Jakob Pfeifer, Q1PW GK Riemer

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