Abi in der Tasche - und dann?

Beim "Alumni-Tag" der Dillenburger WvO informieren ehemalige Schüler über ihren Weg nach dem Abitur

Jurist, Mediziner, Lehrer, BWLer, Kriminalkommissar - oder am Ende vielleicht doch lieber "irgendwas mit Medien"?

Vor just dieser Frage, nämlich jener, welchen Weg man denn nach dem erfolgreich bestandenen Abitur nun eigentlich einschlagen könne, stehen jährlich bundesweit Abertausende junger Oberstufen-Absolventen. Um ihren Schülerinnen und Schülern die umfassende Angebotspalette näherzubringen und damit Orientierung im "Studien- und Ausbildungsdschungel" zu ermöglichen, hatte die Dillenburger Wilhelm-von-Oranien-Schule am vergangenen Freitag zum "Alumni-Tag" in die Räumlichkeiten des traditionsreichen Gymnasiums eingeladen.

Bereits zum dritten Mal seit 2015 hatten so die Jahrgangsstufen 12 und 13 der WvO die Möglichkeit, frei nach Lust und Interessenlage bei insgesamt 25 im gesamten Gebäude verteilten Vorträgen einen Einblick in verschiedenste Berufsfelder zu erhaschen. Sachkundig informiert wurde die Schülerschaft dabei unmittelbar aus erster Hand. Stefan Riemer und Kati Weigel, zwei Politik-Lehrkräften der Schule, war es im Vorfeld in akribischer Vorbereitung gelungen, insgesamt 38 "Alumni" - also ehemalige Absolventen der WvO - zurück in ihre alte Bildungsstätte zu lotsen, sodass diese ihren Nachfolgern aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz im jeweiligen Studien- beziehungsweise Ausbildungsgang berichten konnten: Mit welchem Einstiegsgehalt darf ein Jurist rechnen, der sein zweites Staatsexamen mit Prädikat abgelegt hat? Welcher Numerus clausus muss unter dem Abiturzeugnis stehen, um Medizin studieren zu dürfen? Und welche beruflichen Möglichkeiten ergeben sich eigentlich mit einem Bachelor-Abschluss in Erziehungswissenschaften? Doch neben den Studien-"Evergreens" wie Medizin, Jura, Betriebswirtschaftslehre und den verschiedenen Lehrämtern sowie "klassischen" Ausbildungsberufen wie beispielsweise demjenigen der Bankkauffrau wurden zudem auch verschiedene Formen eines dualen Studiums präsentiert, die sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit bei Schulabgängern erfreuen: So zum Beispiel der Eintritt in den gehobenen Polizeivollzugsdienst oder International Business Administration. Besonders reges Interesse erregte bei der Schülerschaft indes ein Vortrag, der weniger die "großen" beruflichen Perspektiven aufzeigte, sondern stattdessen vielmehr eine Ahnung von Spannung und Abenteuer nach dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife vermittelte: So wollten insgesamt mehr als 50 Interessierte von den ehemaligen Absolventinnen Denise Lehmberg und Annika Reh wissen, ob und wie es sich bei Work-and-Travel beziehungsweise Au-Pair-Aufenthalten in Australien leben lässt.

Das Fazit zum "Alumni-Tag" fiel, ebenso wie bei den beiden vorangegangenen Durchläufen, rundum positiv aus. So erklärte Stefan Riemer: "Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Unsere Schüler konnten sich gezielt nach ihren Interessen und im persönlichen Gespräch mit ehemaligen Absolventen informieren." Und Kati Weigel pflichtete bei: "Dadurch, dass ehemalige Schüler informieren, ist die Hemmschwelle für Nachfragen deutlich niedriger. Für uns als Schule ist es zudem natürlich auch etwas Besonderes, unsere ehemaligen Schützlinge wiederzusehen und zu schauen, welchen Weg sie nach dem Abitur gegangen sind."

©2017 Text: Nico Hartung, WvO
Fotos: Nico Hartung / Markus Hoffmann, WvO

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