Schulentscheid von "Jugend debattiert"

Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren und wo immer man sich umhörte: Jeder war bereits gespannt auf diesen 29. Januar 2019. Der Schulentscheid von "Jugend debattiert", der auch dieses Jahr wieder an der Wilhelm-von-Oranien Schule stattfinden sollte, stand an.

"Jugend debattiert" ist ein Wettbewerb, an dem die gesamte E-Phase des Gymnasiums als eine Klausurersatzleistung im ersten Halbjahr teilnehmen kann. In diesem Wettbewerb geht es darum, zu einem eine Woche zuvor erhaltenen Thema Pro- und Kontra- Argumente zu erarbeiten und anschließend einen zugelosten Standpunkt in der Debatte zu vertreten. Im Vordergrund stehen hier die Sachkenntnis eines jeden Debattanten, dessen Ausdrucksvermögen sowie die Gesprächsfähigkeit und nicht zuletzt seine Überzeugungskraft. Das Debattieren soll jeden Schüler darauf aufmerksam machen, wie wichtig es in einer Demokratie wie unserer ist, seine Meinung zu vertreten, sich allerdings auch mit anderen auseinanderzusetzen, und bereitet ebenfalls darauf vor, verschiedenste Themen kritisch zu hinterfragen. Die jeweils beste Person des vorangegangenen Klassenentscheides von November darf beim Schulentscheid antreten und qualifiziert sich nach einer erfolgreichen Vorrunde für die Finalrunde.

"Soll in der Europäischen Union die Zeitumstellung beendet werden?" lautete die Frage der diesjährigen Vorrunde, die acht Debattanten und Debattantinnen aus den verschiedenen Klassen der Jahrgangsstufe E zu Beginn diskutierten. Dementsprechend fiel die Wahl auf ein sehr aktuelles Thema, das bereits im Vorhinein interessante Unterhaltungen auslöste. Die Gruppe der vier besten Schüler bildeten nach der Qualifikationsrunde Paul Weiershausen, Merle Womser, Carlotta Deffner und Nick Leineweber.

Diese Finalisten sollten anschließend vor dem gesamten Jahrgang zur Frage "Soll privates Silvester-Feuerwerk verboten werden?" debattieren. Nachdem sich die einzelnen Klassen im Atrium der Wilhelm-von-Oranien-Schule eingefunden hatten, sorgte zu Beginn eine kurze Abstimmung des Jahrgangs zur Frage nach Silvester-Feuerwerk für ein recht einheitliches Meinungsbild, wonach privates Feuerwerk am 31. Dezember nicht verboten werden solle. Es bot sich eine überaus gelungene Debatte, deren Redner die Messlatte auf ein sehr hohes Niveau legten und ihre tagelange Vorbereitung bemerkenswert präsentierten. Desinteresse und Langeweile waren an diesem Tag ausnahmslos fehl am Platze.

Die Pro-Seite wurde von Merle und Nick vertreten, welche vor allem durch ihr Argument der erheblichen Umweltbelastung durch den von Feuerwerkskörpern verursachten Feinstaubausstoß überzeugten. Ebenfalls resultierten die falsche Benutzung und der Gebrauch von illegalen Feuerwerkskörpern in einer immensen Zahl von Verletzen an nur einem Abend des Jahres, wodurch die beiden Debattanten erneut den Aspekt der Gefahr sowohl für Nutzer von privater Pyrotechnik als auch für Unbeteiligte vor Augen führten.

Doch auch die Kontra-Seite konnte dem gut entgegenhalten. Sie brachten ein, dass viele Arbeitsplätze verloren gingen, sobald die pyrotechnischen Fabriken schlössen, und dies ebenfalls einen großen Teil der Wirtschaft betreffe. Des Weiteren blieben viele andere schädliche Artikel weiterhin erhältlich, was für die Vertreter dieser Position nicht ins Bild passte. Dieses Argument führte gegen Ende durch die starke und überzeugende Präsentation von Paul Weiershausen zum Sieg seiner Seite, was trotz ebenfalls starker Argumente der Pro-Debattanten das aus der anfänglichen Abstimmung hervorgegangene Meinungsbild des gesamten Jahrgangs nicht änderte und ihn letztendlich zum Sieger dieses spannenden Schulentscheids machte.

©2019 Text: Alice Gehrmann und Emily Moos
Foto: Uta Sippel

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