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Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg

Lernen in Vielfalt -
Leben in Verantwortung

Wunderbar vielfältig

Konzert des Abitur-Leistungskurses Musik an der WvO

Zwar muss ein Leistungskurs im Fach Musik straff auf die zentral gestellten Prüfungen des Landesabiturs vorbereiten; und dazu ist einiges an Theorie zu bearbeiten. Aber die Musik-Praxis soll dabei nicht zu kurz kommen. Denn die Freude am gemeinsamen Musikmachen ist doch das eigentlich prägende Erlebnis eines guten Musikunterrichts. Und Freude macht so etwas nicht nur den Musikern, sondern auch dem Publikum, wie jüngst beim Konzert des Leistungskurses von Musikpädagoge Nicolas Grebe an der Wilhelm-von-Oranien-Schule zu erleben war.

Das Atrium der Schule, welches gut gefüllt war mit Familienangehörigen, Freunden, Lehrkräften, aber auch Kennern der heimischen Musikszene, erwies sich als optimaler Veranstaltungsort für das stimmungsvolle Konzert der sechs Schülerinnen und fünf Schüler von Nicolas Grebe. Das Repertoire des Abends bot eine wunderbar vielfältige Reise durch verschiedene Genres und Stile. Neben bekannten Songs aus den Hitlisten der letzten Jahre hatten auch Spirituals, Rock- oder Pop-Klassiker (z.B. von den Rolling Stones oder Billy Joel), aber auch beispielsweise Brahms‘ „In stiller Nacht“ ihren Platz im Programm.

Konzertleiter Grebe gelang es, seine Schülerinnen und Schüler mit deren musikalischen Beiträgen – mal im Ensemble, mal solo – in den Mittelpunkt des Abends zu rücken. Die jungen Musiker moderierten ihre Beiträge selbst oder untereinander an und schufen dadurch eine authentische Atmosphäre, die den Spaß am Musizieren trotz gelegentlichen Lampenfiebers glaubhaft machte. Im Konzert war erfreulicherweise auch Platz für individuelle musikalische Akzente, so z.B. für ein Gesang-Gitarre-Solo von Hanna Schulz mit einem kapitalismuskritischen Song von Ren Gill oder für Dudelsack-Einlagen von Silas Krug, deren Lautstärke, aber auch Virtuosität das Publikum beeindruckten.

Einen Gastauftritt hatte der „Nachwuchs“ des Jahrgangs, denn der Musik-LK von Jakob Tollerian durfte schon einmal Konzertluft schnuppern mit „ Your Love“ von Outfield. Außerdem kam die Q1-Lerngruppe auch bei der ergreifenden Zugabe des Konzerts – „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer – nochmal mit auf die Bühne.

Die praxisorientierte Musikdidaktik Grebes wurde im Konzert u.a. dadurch deutlich, dass niemand an einem Instrument „klebte“, sondern zwischen den Beiträgen öfter rotiert wurde: Jeder soll im Rahmen des Musikunterrichts auch einmal Erfahrungen an anderen Instrumenten machen als an denen, die er vielleicht schon seit Jahren beherrscht. Unter pädagogischen Gesichtspunkten war an diesem Abend vielleicht am beeindruckendsten, dass im Musik-Leistungskurs auch Schülerinnen und Schüler ihren Platz gefunden haben, die vor anderthalb Jahren noch mit einem achselzuckenden „Ich kann eigentlich nix.“ einstiegen und nun mit beeindruckender Stimmgestaltung und ausgelassener Bühnenpräsenz zur Höchstform aufliefen. Womit wieder einmal bewiesen wäre: Musik ist nicht nur irgendein Fach für Sparten-Hochbegabte, sondern leistet einen wesentlichen pädagogischen Beitrag zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung und Charakterbildung.

  • 2026
  • copyright Text: Markus Hoffmann, WvO
  • copyright Foto: Markus Hoffmann, WvO