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Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg

Lernen in Vielfalt -
Leben in Verantwortung

Abitur vor sechzig Jahren

Abiturjahrgang 1966 besucht Wilhelm-von-Oranien-Schule

Lange nicht mehr gesehen hatten die betagten Abiturienten des Jahres 1966 ihre alte Schule, das Dillenburger Gymnasium. Kaum erkannten sie das Gebäude wieder, an dem sich in den letzten Jahren baulich fast alles verändert hat. Aber auch untereinander war das Wiedererkennen anfangs teilweise schwierig, sodass es vor der Schulführung erst mal einer kleinen Vorstellungsrunde bedurfte. Umso größer war allerdings die Freude danach, als alle Namen unter den 15 Alumni sortiert waren und man sich an die gemeinsamen Schulerlebnisse der Jugend erinnerte.

1966 wurde in Hessen an zwei Terminen die allgemeine Hochschulreife verliehen, im Frühjahr und Anfang Dezember. Das lag am sog. „Kurzschuljahr“, welches eine Vereinheitlichung des Schuljahresstarts zwischen den Bundesländern bezwecken sollte.
Zu den vielleicht bekanntesten der ca. 80 Oberprimaner des Jahres 1966 gehören die Dichter Roderich Feldes (1946-1996) und Gerd Loschütz (*1946), der heute in Berlin lebt. Aber auch andere Koryphäen ihrer Fächer hat der Jahrgang hervorgebracht, z.B. den bekannten Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgen Hans-Heinrich Scheld, der u.a. Frau Gorbatschow operiert hat, Karl Meschede als langjährigen Vereinsarzt beim SV Werder Bremen, Klaus Hofmann als prägenden Nachwuchstrainer bei Borussia Dortmund und dem VfL Bochum oder den Politikwissenschaftler und Europa-Experten Heinz-Jürgen Axt.

Der Organisator des Treffens, Sebastian Schnitzler, hatte eine Schulführung mit Studiendirektor Markus Hoffmann organisiert, sodass sich die Jubilare über die bauliche Entwicklung der WvO in den letzten Jahren, aber auch über den Wandel in Schul-, Unterrichts- und Jugendkultur informieren konnten. Schule vor sechzig Jahren war – so resümierten beide Generationen, die durch Gäste und Gastgeber repräsentiert waren – fundamental anders als heutzutage, selbst wenn die grundlegenden Bildungs- und Erziehungsziele weiterhin ähnlich sein mögen. Bemerkenswert war beim Besuch, dass die 15 Diamant-Abiturienten nicht nostalgisch in Erinnerungen schwelgten, sondern mit großem Interesse die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft für die Schule nachfragten und diskutierten. Um ihre „alte“ Schule weiterhin in dieser Arbeit zu unterstützen, sammelten sie für den Förderverein der Schule eine großzügige Spende ein.

Der Abend des Jubiläumstreffens war dem gemütlichen Beisammensein bei Speisen und Getränken gewidmet. Als Ehrengast stieß dort die dritte WvO-Generation hinzu, nämlich der 99jährige Oberstudienrat a.D. Burkhard Adickes, den die 66er eingeladen hatten. Der weiterhin in Dillenburg ansässige Kunstpädagoge hatte den Abiturjahrgang seinerzeit unterrichtet und – so beweist die Einladung – maßgeblich geprägt.


Der Gäste des Abiturjahrgangs 1966


Organisator Sebastian Schnitzler (rechts) begrüßt die Gruppe in der Eingangshalle.


Ulrike Schmidtblaicher (Mitte) konnte spontan ein Gedicht ihres damaligen Klassenkameraden Roderich Feldes aufsagen.

 



  • 2026
  • copyright Text: Markus Hoffmann, WvO
  • copyright Foto: Markus Hoffmann, WvO