Wandel im Pott

Die Erdkunde-Kurse der Jahrgangsstufe Q1 auf den Spuren des Strukturwandels im Ruhrgebiet

Die drei Erdkunde Kurse der Q1 waren am 3. November dem Strukturwandel im Ruhrgebiet auf der Spur.

Beginn der Exkursion war um 07.30 Uhr an der Schule, wo schon der Bus für die anstehende Fahrt wartete. Bereits auf der Fahrt ins Ruhrgebiet hinein machten wir erste Entdeckungen, wie die Industriebrachen, die auf den hier stattgefundenen Wandel hinweisen. Das Programm des Tages gestaltete die Studientour "Strukturwandel", die von der Ruhr Tour GmbH angeboten wird. Aufgeteilt in vier Stationen begannen wir unsere Exkursion beim Thyssen-Krupp Head Quarter. Dieses wurde dort errichtet, wo einst, vor den Toren Essens, die Kruppsche Gussstahlfabrik stand. Neben der Historie der Firma, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, stand vor allem der Wandel an diesem Ort im Fokus. Beispielhaft für diese Veränderung, von dem typischen „Ruhrpott“ mit seinen Hochöfen hin zu einem neuen Image, das für technische Innovation verbunden mit Kultur steht, sahen wir das neue, architektonisch sehr eindrucksvolle, gläserne Hauptgebäude. Nach diesem Einblick in den wirtschaftlichen Strukturwandel des Ruhrgebiets, erwartete uns die zweite Station, das Tetraeder bei Bottrop. Die 50 Meter hohe und 210 Tonnen schwere Stahlkonstruktion wurde auf einer Halde nahe Bottrop gebaut. Schon von Weitem ist das Wahrzeichen der Stadt zu sehen und bietet, dort angekommen, eindrucksvolle Rundblicke auf das Herz des Ruhrgebietes. Um diesen Rundblick genießen zu können, muss man jedoch auf die in 38 Meter Höhe gelegene Plattform steigen. Dort oben angekommen bot sich uns dann, bei bestem Wetter, eine hervorragende Sicht.

Anschließend begaben wir uns zur dritten Station Oberhausen. Entlang der Emscher bekamen wir die Möglichkeit, den Wandel hautnah zu erleben. Wo gut eineinhalb Jahrhunderte das Herz der Stadt mit Hochöfen, Stahl- und Walzwerken, Zechen und Schienen bedeckt war erstreckten sich nun Grünflächen und wunderschöne Siedlungsgebiete. Interessante Geschichten zu Lebensumständen der Arbeiter, den Städten und dem Fluss Emscher und dessen Image wurden uns berichtet. Im größten Einkaufszentrum Europas, dem CentrO, wurde uns bei einer Pause bewusst, wie attraktiv die alten Industriebrachen sich gewandelt hatten. Zum Abschluss besuchten wir den atemberaubenden Landschaftspark Duisburg-Nord. Alte Geschichte und Identität trifft hier auf frische Natur; ein Publikumsmagnet für alle. Freizeitklettern, Tauchgänge oder einfach Spiel und Spaß fürs Auge. Das Highlight der Führung war der Ausblick von einem stillgelegten gigantischen Hochhofen. Dieser bot eine perfekte Zusammenfassung und ließ unsere Blicke ein letztes Mal über das Alte-/Neue Ruhrgebiet schweifen. Endspannt und mit zahlreichen neuen (Er-)Kenntnissen erreichten wir am Abend wieder die Schule.

Text: ©2015 Jan Willem Reumerman (Q1)
Fotos: Jan Willem Reumermann (Q1) / Dr. Wolfgang Nickel (WvO)

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