Jakob Pfeifer darf die WvO in Fulda vertreten

18-Jähriger überzeugt die Jury beim "Jugend debattiert"-Regionalentscheid in Dillenburg und landet auf Platz zwei

Als die Jury am Dienstagmittag die finalen Platzierungen der Sekundarstufe II bekannt gab, herrschte gespanntes Schweigen im Atrium der Wilhelm-von-Oranien-Schule. Als dann Regionalkoordinator Andreas Schulz jedoch den Zweitplatzierten der Debatte mit den Worten ankündigte, jetzt wolle er aber etwas hören, war klar: Jakob Pfeifer würde das Dillenburger Gymnasium beim "Jugend debattiert"-Entscheid "Hessen Nord" in Fulda vertreten! Der anschließende Applaus war entsprechend laut und ausgiebig.

"Das kam für mich ehrlich gesagt etwas überraschend", strahlte Pfeifer im Anschluss an die Siegerehrung mit der Urkunde in der Hand. Der Schüler aus dem Sport-Leistungskurs von Herrn Haus (Q4) hatte zuvor beim erstmals in Dillenburg ausgetragenen Regionalentscheid von "Jugend debattiert" mit kluger Argumentation und präziser Rhetorik auf der Contra-Seite überzeugt und die Mitdebattanten Max Wäsch (Augustinerschule Friedberg, 4. Platz) und Jakob Wagner (Landgraf-Ludwig-Gymnasium Gießen, 3. Platz) damit auf die hinteren Ränge verwiesen. Platz eins, und damit ebenfalls für den "Hessen Nord"-Entscheid am 22. März in Fulda qualifiziert, belegte Carla Mende von der Liebigschule Gießen. Mit Pro- und Contra-Argumenten hatten die Teilnehmer zuvor die Frage erörtert, ob Gewalttaten gegen kommunale Mandatsträger künftig härter bestraft werden sollten. Sollten also Lokalpolitiker, die sich für Bürger und Gemeinwohl einsetzen, somit besser geschützt werden oder entstünde dadurch vielmehr eine Zweiklassenjustiz? Wie ein anschließend von Dr. Bernd Peter, Vorsitzender des Fördervereins "Wilhelms Freunde" und selbst Richter a.D. des Landessozialgerichts in Darmstadt, eingeholtes Stimmungsbild zeigte, hatte die Contra-Seite die anwesenden Zuschauer deutlich mehr überzeugt als die Pro-Konkurrenz.

Um Stichworte wie "Gewalt", "Bedrohung" und "Gefahr" war es auch zuvor in der Debatte der Sekundarstufe I gegangen. Hier war die Frage diskutiert worden, ob die Videoüberwachung auf Bahnhöfen mit einer automatisierten Gesichtserkennung ausgestattet werden solle. Am nachhaltigsten hatte die Jury dabei Felix Dölp vom Landgraf-Ludwig-Gymnasium Gießen überzeugt, der gemeinsam mit der Zweitplatzierten Jana Meyer von der Friedberger Augustinerschule die Pro-Seite vertreten hatte. Rang drei belegte Marvin Degen von der Wetzlarer Freiherr-vom-Stein-Schule, Platz vier ging an Finn Rehmke von der Liebigschule Gießen.

Eröffnet worden war die Veranstaltung am Dienstagmorgen von Oberstudiendirektor Martin Hinterlang. Der Schulleiter bezeichnete "Jugend debattiert" als ein Erfolgsmodell, das junge Menschen in die Lage versetze, Kontroversen aktiv zu gestalten, anstatt diesen aus dem Weg zu gehen. "Die Schüler bekommen Gelegenheit, Positionen zu beziehen und diese auch engagiert zu vertreten", erklärte Hinterlang weiter.

Besonders gut gelungen war dies dem WvO-Vertreter Jakob Pfeifer. Sollte das SV-Mitglied auch Ende März in Fulda die anwesenden Juroren überzeugen, würde sogar am 17. April das Landesfinale in den Räumlichkeiten des Hessischen Rundfunks in Frankfurt-Dornbusch winken. Einziges "kleines" Problem: Der Termin des "Hessen Nord"-Entscheids fällt mitten in die Abitur-Zeit. "Das ist sicherlich anstrengend, wird aber schon funktionieren", schmunzelte der 18-Jährige im Anschluss an die Verkündung seiner Platzierung, die vom Plenum zuvor mit lautem und ausgiebigem Applaus bedacht worden war.

©2018 Text und Fotos: Nico Hartung, WvO

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